Förster erschießt Fuchs: Tollwut-Untersuchung abgeschlossen

Zwei Menschen gebissen

Immer mehr wilde Tiere erobern die Städte - auch Füchse. Zuletzt war es in Marten zu einem Vorfall gekommen, bei dem zwei Menschen von einem Fuchs gebissen wurden. Ein Förster hat den Fuchs erschossen - die Stadt ließ das Tier untersuchen, um Tollwut auszuschließen. Jetzt liegen Ergebnisse vor.

MARTEN

, 10.11.2016, 10:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Fuchs wurde mehrfach im Dortmunder Westen gesichtet.

Der Fuchs wurde mehrfach im Dortmunder Westen gesichtet.

"Ohne Befund" lautet Ergebnis des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes in Münster. Das teilte die Stadt am Mittwoch in einer Mitteilung mit. Für die zwei Menschen, die Mitte Oktober nahe der S-Bahn-Haltestelle Germania in Marten von einem Fuchs gebissen wurden, ist das eine gute Nachricht. Denn "Ohne Befund" bedeutet, dass bei dem Fuchs keine ansteckenden Krankheiten wie zum Beispiel Tollwut festgestellt werden konnten.

Entwarnung für Marten

Ob es sich bei dem am 30. Oktober in Marten geschossenen Fuchs um das Tier handelt, das auch die beiden Menschen gebissen hat, ist nicht sicher, scheint aber wahrscheinlich. "Der Fuchs wurde in dem Gebiet geschossen, wo es auch zu den Bissen kam", sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. "In Dortmund ist das Nahrungsangebot für die Füchse gut, was bedeutetet, dass ihre Territorien eher klein sind. Und Füchse sind Einzelgänger, keine Rudeltiere."

Die Wahrscheinlichkeit, dass in Marten nur ein Fuchs sein Unwesen trieb, ist also groß. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der geschossene Fuchs auch der Fuchs ist, der die beiden Menschen in Marten angegriffen hat, aber 100 prozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht", so Löchter. Das Untersuchungsergebnis aus Münster ist aber in jedem Fall eine gute Nachricht, denn ein positiver Tollwut-Test würde auch andere Tollwutfälle wahrscheinlicher machen.

Tödliches Virus

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die wenn sie nicht behandelt wird, meist tödlich verläuft, auch für den Menschen. Da Tollwut in Europa meist nur bei wilden Tieren vorkommt, ist ein Kontakt mit solchen zu vermeiden. Selbst an Menschen gewöhnte Tiere können sich plötzlich bedrängt fühlen und Menschen angreifen. Deshalb rät Stadtsprecher Löchter dazu, Füchse oder andere wilde Tiere zu verscheuchen, zum Beispiel durch lautes Klatschen oder Rufen.

Wer trotzdem in Kontakt mit einem möglicherweise mit Tollwut infizierten Tier kommt, sollte sofort zum Arzt gehen und sich testen und impfen lassen. Außerdem sollte man versuchen herauszufinden, ob das Tier infiziert war. Anzeichen für Tollwut sind laut Löchter Auffälligkeiten im Verhalten der Tiere. Besonders häufig mit Tollwut infiziert seien Füchse, Marder und Waschbären. Doch: "In Dortmund ist die Tollwut seit vielen Jahren ausgerottet", sagt Löchter.

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