Frau starb an Kopfverletzungen: Beim Anblick des Opfers mussten Polizisten tief schlucken

rnProzess wegen Totschlags

Ein 59-jähriger Mann soll im September 2019 seine Frau zu Tode geprügelt haben. Das Opfer erlitt schwerste Kopfverletzungen. Ein Polizist schildert vor Gericht den schrecklichen Anblick.

Dortmund

, 19.03.2020, 19:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwaltschaft hat einen 59-jährigen Mann aus der Nordstadt wegen Totschlags angeklagt. Er soll am 20. September 2019 seine Frau im Streit so brutal verprügelt haben, dass sie an schweren Kopfverletzungen starb.

Zu Beginn des Prozesses am Schwurgericht ließ der Angeklagte lediglich seinen Verteidiger Marcus Herberholz eine kurze Erklärung abgeben. „Mein Mandant sagt, die größte Strafe für ihn sei, dass seine Frau tot ist“, sagte der Anwalt. Deshalb sei dem 59-Jährigen im Grunde gar nicht wichtig, welche Strafe ihn in dem Prozess erwarte.

Streit war an der Tagesordnung

Unter den Eheleuten hatte es wohl häufiger Streit und Handgreiflichkeiten gegeben. Eine gemeinsame Bekannte schilderte als Zeugin, dass sie einmal blaue Flecken auf den Armen der Frau bemerkt habe. Dem Angeklagten will sie daraufhin gesagt haben: „Wenn du noch mal deine Hand gegen sie erhebst, bin ich die erste, die zur Polizei geht.“ Geholfen hat diese Warnung offensichtlich nicht.

In der Tatnacht soll das Ehepaar zunächst stundenlang in einer Kneipe gefeiert haben. Gegen 0.30 Uhr brachte ein Taxi die beiden Betrunkenen dann nach Hause. Was dort geschah, lässt sich anhand der Spuren gut rekonstruieren. Die Frau wurde heftig und brutal geschlagen.

Immer wieder gegen den Körper und gegen den Kopf. Gut möglich, dass sie im Hausflur auch die Treppe aus dem zweiten Stock heruntergefallen ist. Als Todesursache stellten die Rechtsmediziner später schwere Kopfverletzungen mit zahlreichen Frakturen fest. Die Frau verblutete in ihrer Wohnung.

Beeindruckende Zeugenaussage

Wie brutal der Täter vorgegangen sein muss, verdeutlichte am Donnerstag die Zeugenaussage eines Polizeibeamten. Der junge Polizist war einer der ersten am Tatort und der einzige, der sich mit dem Angeklagten in dessen Muttersprache Polnisch unterhalten konnte. Viel hat er in den ersten Befragungen jedoch nicht aus dem 59-Jährigen herausbekommen.

Angeklagtem droht lange Haft

Als Richter Peter Windgätter wissen wollte, ob der Beamte auch die Leiche gesehen habe, wurde der Polizist für einen kurzen Moment ganz still. „Ja, das habe ich“, sagte er dann. „Das war wirklich ein sehr, sehr unschöner Anblick.“ Die Frau sei am ganzen Körper mit Blut bespritzt gewesen. Und von ihrem Gesicht habe man fast nichts mehr erkannt. „Wir haben versucht, sie anhand des Fotos in ihrem Ausweis zu identifizieren“, sagte der Zeuge den Richtern. „Doch das war uns einfach nicht möglich.“

Dem Angeklagten droht nun eine lange Haftstrafe. Auch dann, wenn das Gericht am Ende nicht von einem Tötungsvorsatz, sondern „nur“ von Körperverletzung mit Todesfolge ausgehen sollte.

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