Freilaufende Hirtenhunde greifen Passanten an – einer beißt zu

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Zwei große Hirtenhunde sorgten in der Nacht zu Samstag für Unruhe und Gefahr in Scharnhorst und Kirchderne. Auch einige Zweibeiner verhielten sich alles andere als vorbildlich.

Scharnhorst

, 17.02.2020, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere freilaufende Kangals, das sind Hirtenhunde, sorgten in der Nacht zu Samstag (15. Februar) für Unruhe in Kirchderne, Derne und Scharnhorst.

Ab etwa 1.40 Uhr, so teilte die Polizei am Montagmittag mit, rannten die Hunde vom Sattelweg über die Derner Straße und Im Karrenberg in Richtung Derne. Sie machten einen Abstecher nach Scharnhorst-Ost und sollen am Scharnhorster Kirchplatz am EKS mehrere Passanten angegriffen haben. Auch kurz darauf im Buschei waren Menschen nicht sicher vor den Tieren.

Hunde ließen sich zunächst nicht einfangen

Die Polizei konnte die beiden Hunde zunächst nicht einfangen. Die Tiere waren teilweise nicht mehr zu sehen. Gegen 3 Uhr tauchten sie dann an der Gleiwitzstraße nahe dem Hallenbad im EKS auf. Dort stießen die Polizeibeamten allerdings nicht nur auf die Tiere, sondern auch auf eine etwa 15-köpfige Personengruppe, die um die beiden Hunde herum im Kreis stand und sie durch wilde und hetzende Rufe zusätzlich reizte.

Auf die Anweisungen, die Tiere in Ruhe zu lassen und das Gebrüll einzustellen, reagierte keiner in der Gruppe. Besonders einer tat sich allerdings nach Polizeiangaben durch Beleidigungen und Beschimpfungen gegenüber einer Polizeibeamtin hervor. Er war auch einer derjenigen, die den für alle ausgesprochenen Platzverweis nicht befolgten. Mit weiteren Polizeibeamten gelang es, die Anwesenden von den Hunden zu trennen und anschließend die Personalien des Anführers, eines 26-jährigen Dortmunders, festzustellen. Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen Beleidigung.

Feuerwehr übergab Hunde an ein Tierschutzzentrum

Einem Diensthundeführer der Polizei Unna gelang es gegen 3.50 Uhr, beide Hunde einzufangen. Er stellte sich mit seinem Auto quer und lockte die Tiere an. Während die Hündin sich friedlich verhielt, war der Rüde aggressiv. Der Hundeführer hielt ihm einen Beißarm hin, den er aber verschmähte. Aber weil der Rüde näher herangekommen war, gelang es dem Fachmann, dem Tier eine Fangschlinge um den Hals zu legen. Er übergab die Hunde der Feuerwehr, die sie mit einem Tiertransporter in ein Tierschutzzentrum brachte.

Auf dem Kirchplatz in Scharnhorst-Ost an der Gleiwitzstraße griffen die Hunde Passanten an.

Auf dem Kirchplatz in Scharnhorst-Ost an der Gleiwitzstraße griffen die Hunde Passanten an. © Archiv Oliver Schaper

Auf ihrem nächtlichen Streifzug haben die Hunde mindestens einen Passanten durch einen Biss verletzt. Der 27-jährige Dortmunder wurde erst vor Ort von Rettungskräften versorgt, anschließend zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Es sei nicht bekannt, so teilte die Polizei auf Anfrage mit, ob im Laufe der vielen Stunden, in denen die Hunde unterwegs waren, noch weitere Menschen zu Schaden gekommen seien.

Polizei ermittelt gegen Hundehalter

Der Hundehalter ist mittlerweile bekannt. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung ein.

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