Fruchtig frische Freiluft-Fete

DORTMUND Weil in seiner Stammdisco schlechte Luft war, rief Carsten Helmich 1996 das Open-Air-Festival "Juicy Fruits" ins Leben. Am Samstag wird vor 15 Bühnen zum zwölften Mal zu juicy beats gefeiert.

von Martin Zehren

, 24.07.2007, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fruchtig frische Freiluft-Fete

Gute Stimmung an den Plattentellern und vor der Bühne.

Carsten Helmich ist der erfolgreichste Obstbauer des Ruhrgebiets. Allerdings nur im übertragenen Sinne, denn die "saftigen Früchte", die er erstmals 1996 im Dortmunder Westfalenpark säte, kann man nicht essen, sondern hören. Das nächste Mal wieder am Samstag. "Juicy Fruits" hieß die sommerliche Freiluftfete, die Carsten Helmich ins Leben rief, weil er mit seiner House-Party "Club Trinidad" dem schlecht gelüfteten Keller im Dortmunder Freizeitzentrum West (FZW) zumindest für einen Samstag im Jahr entfliehen wollte. Mit rund 2500 Besuchern waren die Juicy Fruits vor zwölf Jahren ein saftiger Erfolg, das schrie nach einer Fortsetzung. "Von Jahr zu Jahr kamen immer neue Dancefloors, DJs und Stilrichtungen hinzu - und schließlich sogar Live-Künstler", blickt Helmich zurück.

Carsten Helmich ist der erfolgreichste Obstbauer des Ruhrgebiets. Allerdings nur im übertragenen Sinne, denn die "saftigen Früchte", die er erstmals 1996 im Dortmunder Westfalenpark säte, kann man nicht essen, sondern hören. Das nächste Mal wieder am Samstag. "Juicy Fruits" hieß die sommerliche Freiluftfete, die Carsten Helmich ins Leben rief, weil er mit seiner House-Party "Club Trinidad" dem schlecht gelüfteten Keller im Dortmunder Freizeitzentrum West (FZW) zumindest für einen Samstag im Jahr entfliehen wollte. Mit rund 2500 Besuchern waren die Juicy Fruits vor zwölf Jahren ein saftiger Erfolg, das schrie nach einer Fortsetzung. "Von Jahr zu Jahr kamen immer neue Dancefloors, DJs und Stilrichtungen hinzu - und schließlich sogar Live-Künstler", blickt Helmich zurück.

Mittlerweile lockt das Open-Air-Spektakel immer am letzten Samstag im Juli jährlich zwischen 15 000 und 20 000 Menschen nach Dortmund. Nachdem ein Kaugummi-Hersteller mit juristischen Mitteln gedroht hat, musste sich das Festival für elektronische Musik vor einigen Jahren in "Juicy Beats" umbenennen - was der Popularität jedoch keinen Abbruch tat. Auch am kommenden Samstag werden wieder über 15 000 Besucher erwartet, wenn deutsche und internationale Bands und DJs wie Deichkind, Gus Gus, Klee und Yellowman den Westfalenpark in eine riesige Diskothek verwandeln. Auf den 14 Bühnen erklingen House und Techno, HipHop und Reggae, Rock und Weltmusik. Selbst in der Bummelbahn des Parks und in schwindelerregender Höhe, im Turmrestaurant des Fernsehturms, beschallen DJs ein tanzfreudiges Publikum zwischen 15 und 45 Jahren.

"Juicy Beats" ist angesagt unter den Bands

Träger des "Juicy Beats" ist der "Verein für urbane Popkultur", zu dessen rund ein Dutzend Mitgliedern auch Carsten Helmich zählt. Der amtiert dort als "Booker": Seit Monaten hat er international um Künstler geworben und seine über die Jahre gewachsenen Kontakte spielen lassen. "Viele Agenturen sind begeistert, wenn sie ihre Bands nach Dortmund schicken können", frohlockt Helmich, übrigens selbst ein überregional angesagter DJ. "Das Juicy Beats ist bereits eine Marke."

Mit 22 Euro an der Abendkasse liegt der Eintrittspreis deutlich unter denen der Konkurrenz. Sprudelnde Einnahmen sind daher nicht zu erwarten. "Mal gab es einen kleinen Gewinn, mal ein kleines Minus, unter dem Strich war die Veranstaltung kostendeckend", bilanziert Paul Baranowski (Foto) vom Dortmunder Jugendamt, der das Festival seitens der Stadt leitet. Das Jugendamt unterstützt das prestigeträchtige Event mit einer Ausfallbürgschaft bei den Produktionskosten. Die sind beträchtlich, schließlich arbeiten am Samstag weit über 100 Techniker, rund 50 Sicherheitskräfte und 20 Sanitäter auf dem weitläufigen Gelände. Das finanzielle Risiko ist hoch, denn viele Besucher sichern sich die Eintrittskarten erst kurz vor Festivalbeginn: "Viele schielen auf den Wetterbericht", so Baranowski.

Legendäre Picknick-Atmosphäre

In den letzten Jahren dominierte der Sonnenschein, was die Besucherzahl in die Höhe trieb und für die schon legendäre Picknick-Atmosphäre sorgte: Ganze Familien waren angereist, um es sich auf Decken über die Parkwiesen verstreut gemütlich zu machen. Bei der Orientierung im Park helfen Fruchtsymbole wie Kirsche, Orange oder Banane, die jeweils für eine bestimmte Bühne und Musikrichtung stehen. Verabredungen wie "Treffen wir uns gleich an der Ananas?" sind daher keine Seltenheit.

Auch für die Zukunft schmieden Helmich und Baranowski schon Pläne: Wenn es nach ihnen geht, soll das Juicy Beats zum Programm der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 gehören - am besten mit den Elektro-Pop-Pionieren der Gruppe "Kraftwerk" als Stargäste.

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