Früheres Karstadt-Technik-Haus steht komplett leer

Neuer Mieter frühestens 2017

Als "Schandfleck in der City" hat es zuletzt Dortmunds Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer bezeichnet: das frühere Karstadt-Technik-Haus an der Kampstraße. Die von außen äußerst unschön anzusehende Immobilie steht seit vergangener Woche komplett leer. Der Eigentümer prüft zwei Optionen, wie es weitergehen soll.

DORTMUND

, 04.02.2016 / Lesedauer: 3 min
Früheres Karstadt-Technik-Haus steht komplett leer

Die Rückseite des früheren Karstadt-Technik-Hauses: Teile der Fassade sind beschmiert, zahlreiche Fenster sind kaputt.

Das Karstadt-Technik-Haus hat seinen Namen, weil es früher ein Standort der Kaufhaus-Kette Karstadt war. Bis März 2010 gab es hier unter anderem mit Abteilungen für Heimwerker-Bedarf, Multimedia-, Elektrogroß- und Elektrokleingeräte. Dann war Schluss - im Zuge der Karstadt-Insolvenz wurde der Standort dicht gemacht. 

Billiganbieter gaben sich die Klinke in die Hand

Seither gab es seitens der für den Eigentümer zuständigen Immobilienentwickler immer wieder Bemühungen, neue Ankermieter für das Gebäude mit einer Nutzfläche von 18.000 Quadratmetern zu finden. Erfolglos. Billiganbieter mit befristeten Mietverträgen gaben sich die Klinke in die Hand - Ende Januar 2016 ist nun der letzte verbliebene Restpostenhändler ausgezogen. 

Der Mietvertrag sei ausgelaufen, sagte auf Anfrage dieser Redaktion ein Sprecher der Atos Asset Management GmbH mit Sitz in Hamburg. Sie ist im Auftrag des Eigentümers - der Gesellschaft Dawnay Day Treveria Five B.V. aus Amsterdam - für die Weiterentwicklung der Immobilie zuständig. 

Zwei Optionen: "Revitalisierung" und Neuvermietung - oder Verkauf

Zwischen dem Eigentümer und Atos laufe derzeit die Abstimmung über das weitere Vorgehen, sagte der Atos-Sprecher. Eine Option sei der Verkauf der Immobilie. Die zweite "eine bauliche Revitalisierung mit einer anschließenden Vermietung". Die Entscheidung falle "in den kommenden Monaten".

"Was keinen Sinn macht, ist, die Immobilie in diesem Zustand weiterzuvermieten", sagte der Sprecher. An dem Gebäude sind Fenster kaputt und Fassaden beschmiert, an der Rückseite zur Straße Hohe Luft hin sind die Ecken regelmäßig vermüllt. Dortmunds Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer schrieb im November einen Brief an Atos und nannte darin das Gebäude "einen Schandfleck unserer City".

Auch die Händler in der Brückstraße klagen regelmäßig über den Zustand der Immobilie, die als optisches Eingangstor zum Viertel wahrgenommen wird. 

Eigentümer müsste kräftig in das Gebäude investieren

Sollte der Eigentümer sich für die "Revitalisierung", also die Sanierung des Gebäudes entscheiden, müsste er kräftig investieren. Wie viel, mochte der Atos-Sprecher nicht prognostizieren. Als 2010 nach dem Auszug von Karstadt der Umbau des Hauses angedacht war, stand eine dafür nötige Summe von 20 Millionen Euro im Raum. Die Kosten dürften inzwischen höher liegen.

Planung und Bauarbeiten würden in jedem Fall dauern: "Eine Wiedervermietung könnte frühestens 2017 erfolgen", so der Atos-Sprecher. Interessierte Mieter gebe es – interessierte Käufer ebenso. Käme es zum Verkauf, wären die Pläne eines neuen Eigentümers abzuwarten.

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