Für ein Krankenhaus in Ghana werden in Dortmund nun Container gefüllt

rnSpendenaktion

Das Krankenhaus von Dr. Samuel Okae, das in Ghana langsam Gestalt annimmt, bekommt bald zwei Container mit Einrichtungsgegenständen zugeschickt. Am Wochenende wurde hierfür fleißig gepackt.

von Alexandra Wachelau

Mitte

, 21.01.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im alten Lager der Krämer-Brennerei ist es dunkel – und voll. Lattenroste, Matratzen, Kartons und Türen stapeln sich in jeder Ecke. Obwohl ständig Dinge herausgetragen werden, scheinen die Berge nicht kleiner zu werden. „Bis Ende Mai muss hier alles raus“, sagt Petra Griewel.

Sie steht mitten im Gewusel und organisiert den Ablauf. Zwei Container müssen dieses Wochenende mit einem Teil des Lagerinhalts beladen werden. Sie kümmert sich um sichere Verpackungen, bestätigt Lkw-Abfahrten und lotst einen Pferdeanhänger, der spontan vorbeikommt, in die richtige Parklücke. Ständig klingelt ihr Handy.

Türen, Betten und Lampen: Alles muss raus. Manfred Hobbelink ist einer der ehrenamtlichen Helfer, die den Verein des Krankenhausprojekts tatkräftig unterstützen.

Türen, Betten und Lampen: Alles muss raus. Manfred Hobbelink ist einer der ehrenamtlichen Helfer, die den Verein des Krankenhausprojekts tatkräftig unterstützen. © Alexandra Wachelau

Seit 2017 arbeitet die 62-Jährige aus Lünen ehrenamtlich bei dem Projekt von Dr. Samuel Okae mit. Und das ist ein langwieriges: Der 39-jährige Unfallchirurg möchte in seiner Heimatstadt Accra in Ghana ein Krankenhaus bauen. Mit seinen hohen westlichen Standards wird es damit das Einzige seiner Art in ganz Ghana sein. 350.000 Euro und einen Großteil seiner Freizeit hat er seit 2009 in das Grundstück in Ghana gesteckt.

Das Krankenhaus, das darauf inzwischen Gestalt annimmt, wird voraussichtlich Ende dieses Jahres eingeweiht, so berichtet Petra Griewel.

Sachspenden für das Krankenhaus

Bis dahin war es ein weiter Weg. „Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass wir so viel zusammenbekommen“, so Petra Griewel.

Jetzt lesen

Die Einrichtung des Krankenhauses wird durch Sachspenden finanziert. Viele Krankenhäuser, Praxen und Privateinrichtungen aus Dortmund und Umgebung haben in den vergangen Monaten bereits dazu beigetragen.

Jetzt lesen

Rund zweieinhalb Jahre konnte der eigens für den Krankenhausbau gegründete Verein das alte Lager der Brennerei Krämer mitnutzen – doch bald wird der Altbau abgerissen. Der 350 Quadratmeter große Lagerraum steht dann nicht mehr zur Verfügung.

Bis Ende Mai haben Dr. Samuel Okae und sein Team Zeit, das Lager zu räumen.

Bis Ende Mai haben Dr. Samuel Okae und sein Team Zeit, das Lager zu räumen. © Alexandra Wachelau

„Da reichen zwei Container nicht“, stellt Petra Griewel schnell fest, als sie durch die Räume geht. Sechs Wochen braucht die teure Ladung: 12.000 Euro kostet alleine die Verschiffung eines Containers.

Jetzt lesen

Im Februar, so plant es Petra Griewel, werden dann drei weitere beladen. Schon viele Wochenenden sind für das Projekt draufgegangen. Doch die Motivation ist groß bei den Helfern, die bis zum Abend noch in den unbeleuchteten Hallen der Brennerei die Krankenhauseinrichtung reisesicher verpacken.

Herzensprojekt, das viel Unterstützung findet

„Es ist wirklich ein Herzensprojekt vom Doktor“, sagt Petra Griewel. Spätestens zur Eröffnung des Krankenhauses wird sie selbst nach Ghana reisen und den Fortschritt erstmals mit eigenen Augen sehen.

Doch bis dahin hat sie noch andere Dinge im Kopf: „Wir brauchen immer noch viele Spenden. Beispielsweise Ventilatoren, Brandmelder, Moskitonetze oder Operationstische“, sagt sie.

Unterstützung für das KRANKENHAUSPROJEKT

  • Der Verein hat für Geldspenden folgendes Konto eingerichtet: Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V., IBAN: DE41 4404 0037 0322 2213 00, BIC: COBADEFFXXX, Commerzbank.
  • Auf der Homepage www.krankenhaus-ghana.com sind weitere Spendenmöglichkeiten angegeben.
  • Auch Sachspenden helfen dem Verein: Kontakt direkt über Dr. Samuel Okae unter Tel. 0173 5724000 und per Mail: odurookae@gmx.de. Vor allem medizinisches Zubehör wie OP-Tische werden noch dringend benötigt.
  • Helfende Hände, die den Verein tatkräftig unterstützen, sind ebenfalls gerne gesehen. Interessierte können sich ebenfalls bei Dr. Okae melden.
Lesen Sie jetzt