Für Haltestellen-Ausbau müssen B1-Bäume fallen

Wir wollen Ihre Meinung wissen!

Gute Nachricht für Anwohner der Bundesstraße 1 im Bereich Gartenstadt: Die Stadtbahn-Haltestellen an der B1 werden endlich barrierefrei umgestaltet. Das wird allerdings teuer erkauft - unter anderem mit der Fällung von 76 Alleebäumen. Wir erklären die Hintergründe und wollen von Ihnen wissen: Haben Sie Verständnis?

DORTMUND

, 08.06.2016, 05:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur über steile Treppen sind bislang die meisten Stadtbahn-Haltestellen an der Bundesstraße 1 zu erreichen. Das soll sich ändern – allerdings auf Kosten von Teilen der B 1-Allee.

Nur über steile Treppen sind bislang die meisten Stadtbahn-Haltestellen an der Bundesstraße 1 zu erreichen. Das soll sich ändern – allerdings auf Kosten von Teilen der B 1-Allee.

Was ist das Problem?

Die Stadtbahn-Haltestellen Kohlgartenstraße, Lübkestraße, May-Eyth-Straße und Stadtkrone-Ost an der Linie der U 47 sind bislang nur über steile Brückenaufgänge oder Treppen erreichbar. Für alle, die nicht gut zu Fuß sind, schweres Gepäck haben beziehungsweise mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, sind sie damit gar nicht oder kaum zu erreichen.

Wie will die Stadt das ändern?

Am einfachsten ist das Problem am Haltepunkt Lübkestraße zu lösen. Dort soll an der ohnehin bestehenden Ampel auf der B1 wieder ein Fußgängerübeweg angelegt werden. Damit wäre die Haltestelle ebenerdig und sicher erreichbar. Der Haltepunkt Voßkuhle ist jetzt schon mit Fußgängerüberwegen an der bestehenden Ampelkreuzung erreichbar.

Der Weg zu den Haltepunkte Kohlgartenstraße, Max-Eyth-Straße und Stadtkrone-Ost ist weiterhin über die vorhanden Brücken über die B1 erreichbar. Sie sollen aber teils mit längeren und weniger steilen Rampen beziehungsweise mit Aufzügen ausgestattet werden. Für jede Haltestelle wurden individuelle Lösungen mit mehreren Varianten entwickelt, erklärte gestern Baudezernent Martin Lürwer.

Welche Folgen hat der Umbau?

„Wichtiges Ziel war der geringste Eingriff in die Baumstruktur", erklärt Lürwer. Trotzdem ist es wohl nicht zu vermeiden, dass Bäume gefällt werden müssen. Insgesamt 14 Platanen und 62 Linden stehen zur Disposition – also insgesamt 76 der 413 Alleebäume auf der B1 im Bereich Gartenstadt. „Mit weniger geht es nicht“, bedauert Lürwer.

Warum muss so stark in die B1-Allee eingegriffen werden?

Ein Grund ist, dass für die Umgestaltung der Haltestellen teilweise auch die Schienenführung verändert werden muss. Generell werden alle Bahnsteige erhöht, um für die neuen Stadtbahnwagen, die die Stadtwerke (DSW21) in den nächsten Jahren anschaffen, gerüstet zu sein. Denn sie werden keine ausfahrbaren Treppenstufen mehr haben, die derzeit noch auf der Strecke der U 47 genutzt werden.

Was kostet der Umbau?

Auf 33 Millionen Euro beziffert Lürwer den Umbau der fünf Haltestellen. Die Stadt hofft aber auf eine Förderung in Höhe von 90 Prozent. Nur gut 3,3 Millionen müsste die Stadt dann selbst tragen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Bis Herbst berät die Politik. Ende September soll der Rat die weitere Planung in Auftrag geben. Abhängig von den Genehmigungsverfahren könnten die Umbauten frühestens 2020/21 in Angriff genommen werden. Frühestens 2022 wären die Stadtbahn-Stationen an der B 1 dann barrierefrei. „Ein sehr ambitioniertes Zeitziel“, sagt der Baudezernent.

Offen ist, ob die Fußgängerampel an der Lübkestraße kurzfristiger realisiert werden kann. Darüber berät Ende Juni die zuständige Bezirksvertretung Innenstadt-Ost.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt