Für über 10.000 Euro ins Internet?

Ärger um Telefon-Rechnung

DORTMUND An Schlaf ist für Jose Dias derzeit nicht zu denken. Denn am Freitag steckte die Rechnung seines Mobilfunk-Anbieters im Briefkasten. Zu zahlen: 10.288 Euro und 23 Cent! „Die Mehrwertsteuer ist schon inklusive“, versucht der gebürtige Portugiese einen Scherz.

19.11.2009, 05:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jose Dias muss die Rechnung doch nicht bezahlen.

Jose Dias muss die Rechnung doch nicht bezahlen.

Sein „Missverständnis“ begann am 12. September. Da hat er einen neuen Vertrag bei dem Mobilfunk-Anbieter Debitel geschlossen: „Vario 100“ – die Zahl steht für die Freiminuten. Plus rund 20 Euro Grundgebühr. Dazu „T@ke-awayFlat“ – mit dem Handy im Internet surfen. Für knapp zehn Euro. Ohne Grenzen.

Dias: „Und dann diese Rechnung. Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Sofort ließ er die Handy-Karte sperren, packte sie in eine Plastiktüte und klebte sie zu. „Die rühre ich nicht mehr an.“ In seiner Rechnung sind alle Einzelnachweise aufgeschlüsselt. „Schauen Sie hier. Alles Datenverkehr im Internet. Hier ein einziger Posten, der sich allein schon auf fast 1.000 Euro beläuft“, zeigt der 43-Jährige mit zitterndem Finger auf das Papier.

Aber Jose Dias ist Gelegenheitssurfer. Seit dem 12. September überhaupt erst mit dem Handy: „Ich schaue ab und an mal bei Ebay rein. Für ein paar Minuten in der Woche.“ Angewiesen sei er eh nicht auf das mobile Internet: „Daheim habe ich alles. Telefon, TV, Internet-Flatrate. Für 50 Euro.“

Jose Dias, seit 1978 wohnt er in Dortmund, ist mit seinen Nerven am Ende und weiß nicht mehr was er tun soll. Denn auch der Anruf beim Kundenservice brachte ihn nicht weiter: „Die haben nur gesagt: Das wird schon so stimmen. Manche Leute zahlen 60.000 Euro im Monat.“ Auf RN-Anfrage hat jetzt Debitel-Sprecher Rüdiger Kubald versprochen, dass „wir den Fall von Herrn Dias genauestens überprüfen werden“. Bis Mittwochabend (18.11.) gab es noch kein Ergebnis. Bis das vorliegt, wird Jose Dias wenig Schlaf finden, denn 10.000 Euro kann er nicht aufbringen. 

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