Ähnlichkeit mit Erotik-Portal: „FunDOmio“ sollte seinen Namen ändern

Freizeitpark in Dortmund

Der Freizeitpark „FunDOmio“ in Dortmund hatte juristischen Ärger der ungewöhnlichen Art: Ein Erotik-Portal sieht seine Markenrechte verletzt. Doch dann kam es zu einer überraschenden Wende.

Dortmund

, 10.07.2020, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit Ende Juni gibt es an den Westfalenhallen in Dortmund den temporären Freizeitpark „FunDOmio“. Er läuft noch bis zum Ende der Sommerferien.

Seit Ende Juni gibt es an den Westfalenhallen in Dortmund den temporären Freizeitpark „FunDOmio“. Er läuft noch bis zum Ende der Sommerferien. © Oliver Schaper (Archivbild)

Nachtrag 14.20 Uhr: Überraschende Kehrtwende

Kurz nach Erscheinen dieses Artikels meldete sich der Betreiber der Erotikseite bei unserer Redaktion und verkündete eine überraschende Kehrtwende: Man werde den Rechtsstreit beenden und ausnahmsweise die Markenrechts-Verletzung, die seiner Ansicht nach immer noch bestehe, ignorieren:

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Ursprungsnachricht Freitag, 12.37 Uhr: Zu große Ähnlichkeit zwischen „FunDOmio“ und „Fundorado“

Der Inhalt des dreiseitigen Schreibens, das am Freitag (3.7.) bei Dortmunds Schausteller-Chef Patrick Arens ankam, hat es in sich: In ihm mahnt eine Anwaltskanzlei aus Schleswig-Holstein die Macher des temporären Freizeitparks an den Westfalenhallen ab und fordert eine sofortige Umbenennung von „FunDOmio“. „Bild“ hatte zuerst über die Abmahnung berichtet.

Man vertrete die Betreiber des Internet-Portals „Fundorado“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Jene Betreiber - die Freenet AG, die sich auf Anfrage nicht zu der Angelegenheit äußern möchte - sähen die eingetragenen Markenrechte ihres Produktes verletzt.

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Es bestehe die Gefahr, dass der Name des Freizeitparks und der des Online-Portals „gedanklich miteinander in Verbindung gebracht werden und der Eindruck erweckt [wird], dass die beworbenen Angebote unserer Mandantin zuzuordnen sind“, schreiben die Anwälte weiter.

Ob unbeteiligte Betrachter diese Verbindung sehen, ist jedoch fraglich: Denn „Fundoradio“ ist ein Erotik-Portal mit entsprechend eindeutigen Inhalten - und damit thematisch ziemlich weit entfernt von einem Familien-Freizeitpark mit Auto-Scootern, Achterbahnen und Zuckerwatte für die Kleinen.

Entsprechend überrascht reagierte Freizeitpark-Organisator Patrick Arens auf die Abmahnung: „Wir dachten eigentlich, dass wir bei der Namenswahl vorsichtig waren.“

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Mehrere andere Namensideen habe man im Vorfeld verworfen, weil sie zu ähnlich mit bekannten Vorbildern waren - etwa „DO-Land“ (wegen des Phantasialands bei Köln) oder „Megapark“ (wegen des gleichnamigen Party-Tempels auf Mallorca).

„Dass wir mit ‚FunDOmio‘ in solche Kreise kommen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Arens. Er habe „Fundorado“ („Ich muss das jetzt sagen, aber es stimmt wirklich!“) bis zum Schreiben der Anwälte gar nicht gekannt.

Der Forderung der Freenet-Anwälte will Arens nicht nachkommen: „Wir planen nicht, den Namen zu ändern. Wir sind überzeugt von ihm und haben ihn gerade erst etabliert, das war schwer genug.“

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Die Schausteller haben nun ihrerseits Anwälte eingeschaltet, notfalls, so Arens, werde man es auf einen Rechtsstreit vor Gericht ankommen lassen. An eine Verwechslungsgefahr von „FunDOmio“ und „Fundorado“ glaubt er nicht: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu ihr.“ Auch die Abmahngebühr von 1826 Euro will Arens nicht zahlen.

Der kuriose Fall erinnert an einen anderen Rechtsstreit in Dortmund: 2015 hatte der Dortmunder Modeladen „New Peanuts“ Ärger. Der amerikanische Rechteinhaber der gleichnamigen Comic-Reihe verlangte von dem Geschäftsinhaber, den Namen zu ändern. Schlussendlich benannte sich der Laden um – und schloss kurze Zeit später. Die Anwaltskosten hatten ihm finanziell das Genick gebrochen.

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