Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Funkzelle verriet Bande nach Mord in der Nordstadt

Vorratsdatenspeicherung

Kriminalbeamte erzielen Ermittlungserfolge, Datenschützer steigen auf die Barrikaden: Die im März 2010 vom Bundesverfassungsgericht gekippte „Vorratsdatenspeicherung“ für Telefonverbindungen und Computerdaten war zuvor ein wichtiges Werkzeug, um Verbrechern das Handwerk zu legen. Auch in Dortmund.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 27.06.2011 / Lesedauer: 2 min
Funkzelle verriet Bande nach Mord in der Nordstadt

Die Diskussion um Vorratsdatenspeicherung wird auch in Dortmund geführt.

Präzise listete die den Ermittlern vorliegende Datei auf, wer sich zur Tatzeit in der Mobilfunkzelle, in der auch der Tatort lag, aufgehalten hat. Wochen später meldete das Bundeskriminalamt einen „Treffer“ beim automatischen Abgleich von DNA-Material: Der am Juwelier-Mord beteiligte Täter hat auch bei einem Einbruch in Wismar seine DNA hinterlassen. In seiner Tasche war nicht nur Einbruchswerkzeug, sondern auch ein Mobiltelefon – die nach einem Zugriff auf gespeicherte Handydaten ermittelte Rufnummer aus Wismar war identisch mit einer der vielen Rufnummern, die in der Funkzelle Bornstraße angemeldet war.

Die Ermittler konnten den Mord deshalb aufklären, weil die Telefondaten des Tatverdächtigen über Monate gespeichert wurden. Ein weiterer Dortmunder Fall: Die Auswertung von Telefondaten spielt auch bei der Aufklärung eines Überfalls von Neonazis auf DGB-Demonstranten im Mai 2009 eine Rolle. Umgekehrt musste die Justiz einen in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen wieder entlassen, weil der Datenspeicher beim Mobilfunkanbieter sein Alibi bestätigt hatte – der Mann war zur Tatzeit nicht in Dortmund, sondern telefonierte in Bayern.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt