Fußball-Fans blieben weitgehend friedlich

Ticker zum Revierderby

Das Revier-Derby ist aus Sicht der Polizei ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Mit einem Großaufgebot an Beamten hatte man versucht, die Fan-Rivalität in Grenzem zu halten. Und das gelang. Es gab "nur" 25 Festnahmen.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann, Tobias Großekemper, Jenny Pr

, 05.02.2011, 08:21 Uhr / Lesedauer: 5 min

Der Einsatzleiter, Polizeidirektor Peter Andres, zog so eine insgesamt positive Bilanz:. "Das Verhalten der Fans, bis auf ganz wenige Ausnahmen, war vorbildlich. Das Einsatzkonzept der Polizei, ein friedliches Fußball-Fest zu gewährleisten, ist aufgegangen, ein Verdienst aller, die neben der Polizei ihren Beitrag dazu geleistet haben." Auch die Verkehrsbinderungen hätten sich im üblichen Rahmen von Großveranstaltungen gehalten. Die Lage in der Stadt haben wir am Freitag mit einem Live-Ticker begleitet. Hier die Entwicklung bis zum Anpfiff zum Nachlesen:

Der Einsatzleiter, Polizeidirektor Peter Andres, zog so eine insgesamt positive Bilanz:. "Das Verhalten der Fans, bis auf ganz wenige Ausnahmen, war vorbildlich. Das Einsatzkonzept der Polizei, ein friedliches Fußball-Fest zu gewährleisten, ist aufgegangen, ein Verdienst aller, die neben der Polizei ihren Beitrag dazu geleistet haben." Auch die Verkehrsbinderungen hätten sich im üblichen Rahmen von Großveranstaltungen gehalten. Die Lage in der Stadt haben wir am Freitag mit einem Live-Ticker begleitet. Hier die Entwicklung bis zum Anpfiff zum Nachlesen:

                      

Mittlerweile gibt es doch ein größeres Verkehrschaos. Die Pendelbusse, die Fans aus Eichlinghofen zum Stadion bringen sollten, fahren nur bis Barop - wegen des Staus. Dann wenden sie. Die Fußballanhänger müssen sehen, wie sie zu Fuß zum Stadion gelangen. Davon betroffen ist auch der "Kaiser" Franz Beckenbauer.

Die BVB-Startaufstellung: Weidenfeller - Piszczek, Hummels, Santana, Schmelzer - Bender, Sahin - Kuba, Götze, Großkreutz - Barrios

Die Polizei geht davon aus, dass sich alle "Problemfans" jetzt rund ums Stadion aufhalten. In der Innenstadt ist es ruhig.

 Franz Beckenbauer kommt mit dem Auto nicht durch. Nach RN-Informationen geht (rennt?) er nun zu Fuß in Richtung Stadion.

Die Lindemannstraße ist dicht - wie bei jedem Heimspiel.

Kein Witz: Franz Beckenbauer steht im Stau, hören wir. Dabei muss er in 30 Minuten ein Interview geben.

Rund um den Bahnhof Signal Iduna Park ist es unruhig. Es sind Flaschen geflogen, es gab gegenseitige Provokationen der beiden Fangruppen - noch ist alles im Rahmen eines normalen Revierderbys. Am Hauptbahnhof hingegen wird es wieder leerer und ruhiger.

Die Strategie der Polizei scheint am Hauptbahnhof aufzugehen: Schalker zum Nordausgang, Borussen auf die andere Seite - und in die U-Bahn darf dann abwechselnd immer nur eine Fangruppe. Deswegen kommt es zu keinen Komplikationen.

Nun sind auch die ersten größeren Gruppen Schalke-Fans mit einem Regionalexpress am Hauptbahnhof angekommen. Dort werden die Fangruppen von der Polizei getrennt. Alles friedlich.

Zwei Sonderzüge mit Schalke-Fans sind am Bahnhof Signal Iduna Park angekommen. Die Fans haben bei ihrer Ankunft ein paar Böller gezündet. Wegen der starken Polizeipräsenz kam es bisher aber zu keinen Problemen. Die Sicherheitskräfte führen die Schalke-Fans geschlossen ins Stadion - deswegen kann es für Stadionbesucher zu Verzögerungen kommen.

Die Hohe Straße musste eben für etwa 15 Minuten gesperrt werden. Sie war zu voll. Jetzt rollt der Verkehr wieder:

Amnesty International ist im Stadion-Umfeld aktiv, um das Verhältnis zwischen Fans und Polizei zu beobachten. Dies ist Teil einer ai-Kampagne, die seit 2010 läuft.

Der Schalker Sonderzug hat Verspätung, melden unsere Reporter. Er hätte eigentlich schon um 17.33 Uhr in Dortmund ankommen sollen.    

Voll ist es zurzeit auf der Hohen Straße. Rund 500 Fans sind dort zu Fuß unterwegs. Auf der B1 und anderen Zufahrtsstraßen gibt es weiterhin keine Verkehrsprobleme.

Es kommt zu ersten "Staus" im Hauptbahnhof. Eine ältere Dame redet aufgeregt in ihr Mobiltelefon: "Du kannst Dir das nicht vorstellen - alles voll mit diesen Hooligans hier oder wie die heißen."

Die Polizei zieht Kräfte rund um den Bahnhof Signal Iduna Park zusammen. Hier treffen vor 19 Uhr die Schalke-Sonderzüge ein.

Die Verkehrslage rund um Westfalenhalle und Stadion ist entspannt. Die ersten Besucher der Messe "Jagd & Hund" verlassen das Gelände. Laut Polizei fließt der Verkehr in der gesamten Stadt wunderbar.

Die Polizei baut Absperrungen im Bahnhof auf, um die erwarteten Fanströme zu kanalisieren und die Schalke-Fans direkt von den Gleisen in die U-Bahn Richtung Signal Iduna Park zu lotsen. Zuvor wurden die ersten Fans, die mit dem Zug aus Oberhausen kamen, von einer Einsatzhundertschaft abgefangen und durchsucht. Die Stimmung bleibt ruhig.

Bahnhof Signal Iduna Park: Fünf BVB-Fans aus Hemer im Sauerland stellen klar: "Rivalität gehört dazu. Aber keine Gewalt." Rüdiger Acker ist von Geburt ein Borussen-Fan und hat Sohn Joshua (9) mitgenommen.

Langsam wird es ernst. Um 17.33 Uhr wird der erste Schalke-Sonderzug am Dortmunder Hauptbahnhof erwartet. Auf der Strobelallee patroulliert die Polizei auf Pferden.

Im "Strobels" am Stadion ist die Stimmung gut. Wer rein will, muss am Sicherheitsdienst vorbei. Der Biergarten ist geöffnet. Der Fernseher läuft.

Grüne Kleidung dominiert das Areal rund um die Westfalenhalle. Das liegt nicht an der Polizei, sondern an der Messe "Jagd & Hund". Die Stadt lässt auf der Strobelallee die letzten Autos abschleppen. Polizei und Rettungsdienst brauchen die Fläche.

Die Lage am Bahnhof ist noch ruhig. Der erste Sonderzug mit Schalke-Fans wird in etwa einer Stunde erwartet. Am Nordausgang versammeln sich Hundertschaften der Polizei. Auch auf den Bahnsteigen ist Bundespolizei unterwegs. Es werden letzte Einsatzinstruktionen gegeben.

An der Strobelallee vor dem Stadion hat unser Reporter 20 Fans aus Polen getroffen. Sie sind gerade nach einer 1000 Kilometer langen Reise angekommen. Darunter Jacek Raczka, der vier Jahre lang mit Lukas Piszek in einem Verein gespielt hat. Die Jungs wünschen dem BVB den Titel.

Kneipenwirt Bodo vom "Meister-Eck" im Kreuzviertel freut sich auf das Spiel. "Wir haben hier auch Schalker Stammkunden - die werden heute aber nicht aufkreuzen, weil sie den Erfolg des BVB respektieren", sagt er.

Hohe Straße: Sechs Fans, eine Kiste Bier - und vier Mannschaftswagen der Polizei. Die Kräfte sind klar verteilt.

In Dortmund ist es ungemütlich. Nieselregen hat eingesetzt, dazu kommt ein unangenehmer Wind. Das Außenthermometer zeigt 8 Grad an - gefühlt ist es aber kälter! Die Video-Installation auf dem U-Turm zeigt schwarzgelbe Bilder. Schön!

Auch im Kreuzviertel (zwischen Innenstadt und Stadion) geht jetzt die Polizei mit Mannschaftswagen in Position. Die ersten Fan-Gruppen kommen in den Kneipen an.

Am Bahnhof und an der Stadtbahn-Haltestelle Kampstraße sind mittlerweile die ersten Mannschaftswagen der Polizei aufgezogen. Vor der Petrikirche steht ein einsamer Bratwurst-Wagen, reichlich verziert mit BVB-Devotionalien. Drum herum steht technisches Equipment, Kabel, Leuchten, Kameras. Man drehe hier eine Werbespot, heißt es. Wofür, das wird uns nicht verraten.

Rund um den Signal Iduna Park und die Westfalenhalle wird es heute voll. Die Messe "Jagd & Hund" läuft, außerdem tritt Comedian Dieter Nuhr auf. Die Polizei ruft Besucher auf, nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Langsam trudeln die ersten Fans in den Kneipen rund um den Alten Markt ein. Noch sind die meisten Plätze leer. Im BVB-Fanshop, der sich ebenfalls dort befindet, gehen noch ein paar Schals über den Tisch. Die Nachfrage sei heute schon ziemlich gut, sagen die Mitarbeiter - doch auch in den letzten Wochen war das so.

Vor dem Bahnhof versucht ein Kamerateam, BVB-Fans dazu zu bringen, eine Schalke-Fahne zu schwenken - für 100 bis 150 Euro. Ein paar Meter weiter sitzt ein Obdachloser und fragt die Passanten: "Hast Du vielleicht ein paar Cent für ein Häufchen Elend." Der erste Borusse schwenkt die Schalke-Fahne - für 300 Euro. Verrückt.

Am Hauptbahnhof ist es noch ruhig, meldet unser Reporter dort. Nur ganz vereinzelt kommt mal ein Schalke-Fan heraus. Lediglich überproportional viele schwarzgelbe Schals deuten darauf hin, dass heute ein wichtiges Fußballspiel stattfinden könnte...

Bundestrainer Jogi Löw: "Ich bin mit voller Spannung und vollem Interesse nach Dortmund gekommen. Es trifft sich hervorragend, dass so ein interessantes Derby stattfindet. (...) Ich gehe von einem heiß umkämpften Spiel aus - dieses Mal steckt besonders viel Brisanz drin." Jogi wird gemeinsam mit Hansi Flick das Spiel angucken.

Jogi Löw sagt: "Der BVB spielt in diesem Jahr überragend. Mit jungen Spielern und einer klaren Handschrift des Trainers - die kann man immer wieder erkennen."

 Übrigens stehen fünf BVB-Profis im Aufgebot der Nationalmannschaft gegen Italien: Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Mario Götze, Kevin Großkreutz - und als Neuling Sven Bender!

 Oh, Jogi Löw hat ein Geschenk dabei. Er hat einen Südafrika-WM-Ball aus dem Spiel gegen England mitgebracht - für das DFB-Museum, das in Dortmund entsteht.

Bundestrainer Jogi Löw ist in der Stadt. Im Harenberg City Center stellt er jetzt den Kader für das Länderspiel am kommenden Mittwoch gegen Italien vor. Wir blicken mit einem Auge auch dorthin.

Noch ist die Situation in der Dortmunder Innenstadt total entspannt. Vereinzelt kommen die ersten Fans am Hauptbahnhof an. Doch die Polizei wird in den nächsten Stunden ihre Präsenz  deutlich erhöhen. Dieses Risikospiel an einem Freitagabend zu veranstalten, hatte für Diskussionen gesorgt.

Die Polizei hofft auf ein friedliches Fußballfest - ist aber mit einer vierstelligen Anzahl von Beamten im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Ab Mittag wird ein Großaufgebot an Einsatzkräften in Dortmund sichtbar sein. Aus Sicherheitsgründen soll ein Schalker Fan-Aufmarsch unbedingt verhindert werden.

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