Inhaber schließt nach 60 Jahren Kult-Pommesbude im Dortmunder Westen

rnCorona-Opfer

Viele Stammgäste haben es bereits befürchtet, nun kommt die Bestätigung aus erster Hand: Die Kult-Pommesbude „Futterluke“ stellt ihren Betrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ein.

Lütgendortmund

, 13.07.2020, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung für das endgültige Corona-Aus der „Futterluke“ ist Andreas Neumann nicht leicht gefallen. 56 Jahre lang spielte die Kult-Pommesbude eine wesentliche Rolle in seinem Leben. „Meine Mutter Inge Neumann hat die Futterluke 1964 eröffnet, seit meinem vierten Lebensjahr begleitet sie mich also schon“, erzählt der 60-Jährige im Telefonat mit dieser Redaktion. Als Jugendlicher habe er dort sein erstes Geld verdient.

Geschlossen ist die Pommesbude am Lütgendortmunder Hellweg 24 bereits seit Mitte März. „Wegen Corona hatten wir Kurzarbeit angemeldet“, so Neumann. In dieser Zeit sei dann die Entscheidung gefallen, den Betrieb zum 30. Juni endgültig einzustellen, berichtet er. Ausschlaggebend seien sein Alter und sein angeschlagener Gesundheitszustand gewesen. „Ich steige nicht noch mal in den Ring, mein Kampfeswille ist erloschen“, sagt der 60-Jährige.

Die Futterluke bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Unter der Regie von Andreas Neumann wird sie nicht mehr öffnen.

Die Futterluke bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Unter der Regie von Andreas Neumann wird sie nicht mehr öffnen. © Beate Dönnewald

Erst vor drei Jahren mussten Andreas und Monika Neumann kämpfen, als eine elfmonatige Baustelle vor ihrer Haustür für erhebliche Umsatzeinbußen sorgte. „Und das, obwohl noch überraschend viele gekommen sind. Doch für den Break-Even (die Gewinnschwelle) müssen sehr viele den Laden entern.“

„Mir fehlt die Kraft“

Die Baustelle sei im Vergleich zu Corona aber noch harmlos gewesen, meint Andreas Neumann. „Keiner weiß doch, was noch alles auf uns zukommen wird. Das Thema ist noch lange nicht durch.“ Die Pandemie sei für alle entsetzlich, doch die Gastronomie sei überproportional betroffen, so Neumann. Viele gute Läden hätte die Krise schon in die Knie gezwungen.

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Wäre er zehn Jahre jünger, hätte er natürlich versucht, coronagerechte Mittel und Wege für den Fortbestand der „Futterluke“ zu finden. „Das wäre dann aber auch nur Schadensbegrenzung gewesen. Doch mir fehlt die Kraft, den verlorenen Umsatz wieder aufzuholen.“

Er sei nicht der große Nostalgiker, sagt Neumann. „In erster Linie habe ich mein Geld mit der Futterluke verdient.“ Dennoch sei ihm bewusst, dass mit der Schließung ein Stück Lokalgeschichte zu Ende geht. Die große Anteilnahme seiner Stammkunden und die Idee eines Spendenaufrufs für ihn und seine Frau hätten ihn „angenehm überrascht“.

Nachfolger für die Futterluke wird gesucht

Andreas Neumann hofft, zeitnah einen Nachfolger zu finden, der die Pommesbude in seinem Sinne weiterführt. „Wir haben fast alles selbst gemacht, die Soßen, die Salate“, betont Andreas Neumann. Einige Gespräche seien bereits gelaufen. Weitere Interessenten könnten aussagekräftige Bewerbungen in den Briefkasten an der Hinterseite des Gebäudes werfen.

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Insgesamt sind sechs Teilzeitkräfte von der Schließung betroffen. Einige hätten bereits neue Jobs gefunden, so Andreas Neumann. „Das sind alles gute Leute. Jeder wird wieder Arbeit finden.“

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