Gabionenwand wieder beschmiert - Politiker empört

Graffiti an der B 54

Rund 13.000 Euro für ein paar Wochen Sauberkeit: Dass die Stadt Dortmund die Gabionenwand an der B 54 reinigen und bewachen lassen hat, sorgte in der jüngsten Sitzung des Bürgerdienste-Ausschusses parteiübergreifend für Empörung. Denn mittlerweile ist die Wand schon wieder mit Graffiti beschmiert.

DORTMUND

, 05.11.2015, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenige Wochen war die Gabionenwand an der B 54 am Rombergpark sauber, mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Im Oktober war sie zwei Wochen vor der Eröffnung des Deutschen Fußballmuseums überstrichen worden, anschließend wurde sie 14 Tage rund um die Uhr bewacht. Die Kosten für Anstrich und Bewachung gab die Stadt jetzt mit  rund 13.000 Euro an. Jetzt wird die Wand nicht mehr bewacht und die ersten Schriftzüge sind wieder da. 

„Schaumschläger-Aktion“

„Rausgeschmissenes Geld“, „Schildbürgerstreich“, „Schaumschläger-Aktion“ – das von der Stadtspitze angeordnete Überstreichen und die Bewachung sorgte in der jüngsten Sitzung des Bürgerdienste-Ausschusses parteiübergreifend für Empörung. In seiner Sitzung am 22. September hatte der Ausschuss noch die Auskunft erhalten, dass die Wand nicht gereinigt werde, sondern wilder Wein über die Schmierereien wachsen soll.' tag='

Dann entschied die Verwaltungsspitze in ihrer Sitzung am 29. September, im Bereich Phoenix-West/Rombergpark gesonderte Pflege- und Reinigungsarbeiten in Auftrag zu geben. „Ich kann gut verstehen, dass der Ausschuss verärgert und empört ist. Wir fühlen uns veräppelt“, fasste die Vorsitzende Christiane Krause (CDU) die Kritik zusammen. Doch dass zumindest sie als Ausschussvorsitzende über die Aktion nicht informiert worden sei, sei „ein Versehen“, habe Lürwer versichert.

Gute Visitenkarte

Einen Zusammenhang mit der Eröffnung des Fußballmuseums wurde auf Anfrage von CDU und Grünen vom zuständigen Baudezernenten Martin Lürwer nicht bestätigt. Zu den Spekulationen sagte Krause: „Ich glaube auch, dass das so ist. Ich finde es nur schade, dass der Verwaltungsvorstand nicht offen sagt; ja, das ist so.“ Sie hätte das gar nicht so schlimm gefunden, wenn die Stadt sich große Mühe gebe und eine gute Visitenkarte zeige. 

Es gebe kein Richtig und kein Falsch bei der Entfernung von Graffiti, stellte Christian Falk, Leiter des zuständigen Kanalbetriebs fest. Auf die Kritik des Ausschusses erklärte er, natürlich habe man mit der Überwachungsaktion darauf abgezielt, eine neues Anschmieren zu verhindern und potenzieller Täter habhaft zu werden. Das Wachpersonal habe zu solchen auch „Kontakt“ gehabt. Aber: „Sie sind geflohen.“

 

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