Game Boy selbst gelötet

01.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein tragbares Computerspiel hat heute praktisch jedes Kind. Doch wie viele können von sich behaupten, es selbst gebaut zu haben? In den kleinen Kreis solch junger Bastler sind an diesem Wochenende 17 Jugendliche eingetreten, die in der Phoenix-Halle am Workshop «Mignon Game Kit» teilnahmen.

Unter Anleitung des Medienkünstlers Olaf Val stellten die Jungen im Alter zwischen elf und siebzehn eine Art minimalistischen Game Boy her. Vom Löten der elektronischen Bauelemente auf eine vorgefertigte Platine bis hin zur Programmierung der Software führten sie alle Schritte selbst aus.

«Die Jugendlichen begreifen so, dass auch bildmächtige Spiele nachvollziehbar hergestellt werden. Damit entgehen sie dem Mythos, der durch unkritischen Umgang mit Computerspielen entsteht», erklärte Susanne Ackers vom Hartware Medienkunstverein. Neben der Vermittlung von Medienkompetenz ging es den Organisatoren um den schöpferischen Prozess.

«Ich wollte Computerspiele in etwas Kreatives umwandeln, das nicht nur konsumiert wird», berichtete Val, der den Workshop seit 2003 immer wieder anbietet.

So ist das einmal fertig aufgebaute Spiel, dessen Anzeige lediglich aus 35 LEDs besteht, nicht nur einfach zu programmieren, sondern bleibt auch flexibel. Von einer Version des Klassikers «Pong» über die Zuordnung eines Tons zu jeder LED bis hin zur Ansteuerung eines Motors kann diese Plattform bei entsprechender Programmierung alles leisten.

Die Jugendlichen allerdings, die ihre Geräte fertig gestellt hatten, freuten sich zunächst an den Spielen. «Man muss hier diesen Punkt über das Display zu diesem Zielpunkt hier steuern, ohne die anderen Punkte zu berühren», erklärte etwa der 13-jährige Philip sein Spiel. Andere stellten vor den Spielspaß noch den Bau eines individuellen Gehäuses aus Holz oder Folie.

Wichtig ist Olaf Val nur, dass vorher allen klar wurde, was eigentlich drin steckt in dem Gerät. Denn oft bleibe ein Computer sonst nur eine «geheime Kiste». SEN

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