Gamze Kubasik: Merkel hat ihr Versprechen nicht gehalten

Angehörige des Dortmunder NSU-Opfers

Die Tochter des Dortmunder NSU-Mordopfers Mehmet Kubasik hat in einem Interview Angela Merkel scharf kritisiert. Gamze Kubasik wirft der Bundeskanzlerin vor, zu wenig für die Aufklärung der rechtsextremen Mordserie zu tun. Das habe sie ihr versprochen. Auch am NSU-Prozess hat Kubasik einiges auszusetzen.

DORTMUND/HAMBURG

20.02.2014, 10:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gamze Kubasik: Merkel hat ihr Versprechen nicht gehalten

Gamze Kubasik ist eine der Nebenkläger im NSU-Prozess.

Zwei Jahre später hat Gamze Kubasik weiter viele drängende Fragen: "Als Tochter habe ich das Recht, bis ins letzte Detail alles zu erfahren. War mein Vater wirklich ein Zufallsopfer? Wie hat man ihn ausgewählt? Wer war noch an dem Mord beteiligt?". In dem Stern-Gespräch weist sie darauf hin, dass sich an allen Tatorten Hinweise auf lokale Helfer fanden. "Das NSU-Trio war 13 Jahre lang untergetaucht, lebte in der ganzen Zeit aber nie wirklich abgeschottet. Das hat auch der Untersuchungsausschuss des Bundestags festgestellt." Kubasik hatte gehofft, dass mit dem NSU-Prozess in München endlich Gerechtigkeit einkehrt. "Es geht mir nicht um ein Urteil", sagt sie und kritisiert, dass sie die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft nicht überprüfen kann, da ihr Anwalt keine Akteneinsicht bekommt: "Ich verlange nichts mehr als Transparenz. Genau das haben uns die Kanzlerin und Bundespräsident Joachim Gauck versprochen." Für sie sei es das zweite gebrochene deutsche Versprechen: "Als wir hier Asyl bekamen, sagte man uns, dass wir hier sicher sein würden. Doch mein Vater wurde nicht beschützt", so Kubasik zum Stern.

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