Die Filteranlage eines Erdgas-Kavernenspeichers in Niedersachsen: In einer vergleichbaren Anlage in Gronau schlummern die Gas-Reserven des Dortmunder Energieversorgers DEW21. © picture alliance / dpa
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Gas-Krise: Wie lange reichen Dortmunds Erdgas-Reserven?

Die Gas-Preise auf dem Weltmarkt explodieren - einige Politiker warnen gar vor kalten Wohnungen im Falle eines harten Winters. Wie gut ist Dortmunds kommunaler Energieversorger DEW21 gewappnet?

Dortmunds Versicherung gegen einen extrem kalten Winter liegt tief unter der Erde des Westmünsterlands: In den riesigen unterirdischen Speichern eines alten Salzstocks unterhalb von Gronau-Epe schlummern die Gasreserven des Dortmunder Grundversorgers DEW21.

Sie könnten in diesem Winter besonders wichtig werden: Denn der Weltmarkt für Erdgas explodiert gerade. Seit Oktober 2020 sind dort die Preise um bis zu 500 Prozent gestiegen, berichtet unter anderem die „Rheinische Post“. Gründe seien der vergangene kalte Winter und die wieder anspringende Weltkonjunktur.

Daher sind in Deutschland vielerorts die Gasreserven nicht so stark aufgefüllt wie in den vergangenen Jahren. Der Grünen-Vizefraktionschef im Bundestag Oliver Krische warnt bereits davor, dass in Deutschland im Februar einige Wohnungen kalt bleiben könnten, sollte es einen harten Winter geben.

Wie ist die Lage in Dortmund? Rund 80 Prozent aller Haushalte in der Stadt sind beim Heizen und bei Warmwasser auf Erdgas angewiesen, heißt es vonseiten der DEW21. Der kommunale Energieversorger ist der Platzhirsch in Dortmund: Mehr als 70 Prozent der „Erdgas-Haushalte“ in Dortmund sind seine Kunden.

DEW21: „Kein Grund zur Sorge“

Insofern hat es Gewicht, wenn DEW21-Sprecherin Jana-Larissa Marx sagt: „Für Haushaltskundinnen und -kunden besteht derzeit kein Grund zur Sorge.“ Man habe sich die zu erwartenden Gasmengen langfristig beschafft „und dabei die Beschaffungsrisiken gut gestreut“.

Bei der Reserve sieht sich DEW21 gut aufgestellt: Aktuell sind die Gasspeicher des Energieversorgers in Gronau mit rund 435 Gigawattstunden (GWh) Erdgas gefüllt – der durchschnittliche Tagesverbrauch Dortmunds liege bei knapp 14 GWh.

Das heißt: Selbst für den theoretischen Fall, dass Dortmund von heute auf morgen kein Gas mehr von Dritten bekommen würde, könnte DEW21 die Stadt allein aus ihren Reserven gut einen Monat mit Gas versorgen.

Eine Kältephase wie vergangenen Februar, wo sich Dortmunds Gasverbrauch auf 25 GWh pro Tag fast verdoppelte, könne mit solch einer Reserve problemlos geschafft werden, so Marx. Erst, wenn die Temperaturen über zwei, drei Monate konstant unter 0 Grad liegen, könnte sie zur Neige gehen. „Natürlich wäre dies dann kein DEW21-spezifisches, sondern ein marktweites Problem“, so Marx.

Trotzdem überlegt DEW21, angesichts der aktuellen Gaskrise die Vorräte noch über den bisherigen Speicherstand von 83 Prozent zu erhöhen. Das NRW-Wirtschaftsministerium hatte der „Rheinischen Post“ gegenüber die Hoffnung geäußert, dass der Füllstand der deutschen Gasspeicher bis Anfang November über 90 Prozent erreiche.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel