Die Vorspeise machte Hunger auf mehr: Gebackener Hokkaido-Kürbis mit Teriyaki-Sauce, Auberginen-Creme und einer Kartoffel-Sesam-Praline. © Maximilian Konrad
Menu-Karussell-Check

Gebackener Kürbis und Clafoutis: So schmeckt das Menue Karussell im WIDU

Das Parkhotel Wittekindshof hat sich in Dortmund seit Jahren etabliert. Mit dem WIDU befindet sich dort ein Restaurant, das auch beim Menue Karussell mitmacht. Wir haben das Menü getestet.

Auf dem Teller herrscht eine wahre Farbenpracht: In der Mitte dieser gebackene Kürbis, der auf einer kleinen Portion Feldsalat angerichtet worden ist. In Teilchen des Hokkaido-Kürbis ist eine Kartoffel-Sesam-Praline platziert. Ein paar kleine Tomätchen, die dunkle Teriyaki-Sauce und die gelbe Auberginen-Creme geben dem Farb-Ensemble einen weiteren Kick. Was für ein Start in den Abend.

Wir befinden uns im WIDU, dem Restaurant im Parkhotel Wittekindshof. Meine Frau und ich probieren gerade das Vier-Gänge-Menü im Rahmen des Menue Karussells aus. Bei dieser Aktion bieten verschiedene Restaurants aus Dortmund und Umgebung ein Menü zum Festpreis an (siehe Infokasten).

Ein erster Appetithappen

Der ungewöhnliche Kürbis, den ich in dieser Art noch nicht gegessen habe, ist der erste Gang an diesem Abend. Zuvor wurde uns bereits ein Körbchen mit Baguette und Körnerbrot mit gesalzener Butter, Auberginen-Creme und Olivenöl serviert. Ein erster Appetithappen. Dazu gab es ein kleines Bier – genauer genommen: ein Bernstein von Fiege, das mit seinem milden Geschmack super dazu passte.

Vor dem ersten Gang gab ein Brot-Allerlei mit Auberginen-Creme und gesalzener Butter - dazu ein kleines Bernstein-Bier.
Vor dem ersten Gang gab ein Brot-Allerlei mit Auberginen-Creme und gesalzener Butter – dazu ein kleines Bernstein-Bier. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Als Gruß aus der Küche kommt ein Lachs-Tartar auf den Tisch – ein gelungenes Amuse-Geule. Allerdings mit einem kleinen Makel: Meine Frau hat eigentlich ein vegetarisches Vier-Gänge-Menü erstellt. Da sie gelegentlich Fisch isst, probiert sie den Lachs – und befindet ihn als lecker.

Das Amuse-Geule: ein Laschs-Tartar mit einer Auberginen-Creme.
Das Amuse-Geule: ein Laschs-Tartar mit einer Auberginen-Creme. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Kurze Pause nach dem Start

Wenige Minuten später kommt auch schon der erste Gang auf den Tisch: der oben beschriebene Hokkaido-Kürbis. Ein wahrer Genuss. Die Kartoffel-Sesam-Praline ist innen angenehm weich und außen schön knusprig. Meiner Frau wird ein italienischer Weißwein angeboten – „sehr lecker und passend“, sagt sie zu mir. Ich bleibe beim Bernstein-Bier.

Danach brauchen wir erstmal eine kurze Pause: Amuse-Geule, Brot-Allerlei und erster Gang waren ein hervorragender Start. Aber als wir gerade schwärmen wollten, kommt auch schon der zweite Gang – fünf Minuten zum Verarbeiten des Verspeisten mehr hätten auch nicht geschadet.

Der zweite Gang: Das Schaumsüppchen von der Pastinake mit Petersilien-Öl und Rote Bete Ravioli.
Der zweite Gang: Das Schaumsüppchen von der Pastinake mit Petersilien-Öl und Rote Bete Ravioli. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Uns erwartet ein Schaumsüppchen von der Pastinake mit Petersilien-Öl und Rote-Bete-Ravioli. So eine Suppe hatten wir vorher schon einmal selbst zubereitet, danach jedoch die Finger davon gelassen, weil wir nicht so überzeugt waren von dem Wurzelgemüse. Doch wir ließen uns jetzt nochmal überraschen: Die Suppe war aber recht unspektakulär.

Allerdings waren die Rote-Bete-Ravioli ein echtes Highlight, das wir beide noch nicht kannten und uns bis zum Schluss aufhoben.

Schlichte Einrichtung und schön ausgeleuchtet

Während wir auf den Hauptgang warten, lauschen wir dem regen Treiben am Nachbartisch. Eine größere internationale Gruppe – augenscheinlich Geschäftsleute – hat sich wohl zu einem gemütlichen Ausklang des Arbeitstages getroffen. Wir hören von Ausflügen in die deutsche Schnapskunde – etwa, wie sich ein Obstbrand von einem Branntwein unterscheidet. Spannend, aber manchmal auch etwas laut an diesem Abend.

Vom Ambiente her ist das WIDU schick und schlicht eingerichtet. Viele kleine Bilder prägen die Wände, die Inneneinrichtung ist schön ausgeleuchtet. Zudem gibt es eine breite Fensterfront mit Blick auf den Garten.

Die vegetarische Hauptspeise: Räuchertofu in einer Kruste aus schwarzem Sesam und Panko mit Brokkolini und Reis.
Die vegetarische Hauptspeise: Räuchertofu in einer Kruste aus schwarzem Sesam und Panko mit Brokkolini und Reis. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Aber nun zum Hauptgang: Meine Frau wählte die vegetarische Variante und bekommt Räuchertofu in einer Kruste aus schwarzem Sesam und Panko mit Brokkolini und Reis. Sie ist angetan von der knackigen Kruste und den gut gewürzten Brokkolini.

Lecker, aber nicht außergewöhnlich, lautet ihr Fazit. Als Wein-Begleitung kommt ein Rosé mit dem Namen „Doktorspiele“ dazu. Meine Frau findet ihn sehr erfrischend.

Nachtisch ist wahrer Gaumenschmaus

Bei der nicht-vegetarischen Hauptspeise hat man die Wahl zwischen einem Sauerbraten von Dammwild-Keule oder einem Duett vom schwarzen Heilbutt und Lachs.

Ich entscheide mich für den Fisch – eine hervorragende Wahl. Der Heilbutt ist sehr zart und ergänzt sich super mit dem gut gewürzten Lachs, der oben aufliegt.

Der fischige Hauptgang: ein Duett vom schwarzen Heilbutt und Lachs mit Zitronengras, Wurzelgemüse und Risolee Kartöffelchen.
Der fischige Hauptgang: ein Duett vom schwarzen Heilbutt und Lachs mit Zitronengras, Wurzelgemüse und Risolee Kartöffelchen. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Dazu gibt es Wurzelgemüse und Risolee-Kartöffelchen – eine Bratkorteffelart, die eine schöne feste Konsistenz hat. Insgesamt eine sehr gelungene Zusammenstellung. Großartig!

Eigentlich sind wir schon satt, aber etwas Süßes geht gerade noch so rein. Und der Nachtisch sollte sich richtig lohnen: Frische Erd- und Heidelbeeren dienen als Verzierung für ein frisches Buttermilcheis und ein Zwetschgen-Clafoutis, einem „Mittelding“ zwischen Auflauf und Kuchen.

Was ein gelungener Abschluss – ein wahrer Gaumenschmaus. Meine Frau bekommt einen Dessertwein, ich nehme eine Cola dazu.

Der Nachtisch: Zwetchgen Clafoutis mit Buttermilcheis und frischem Obst.
Der Nachtisch: Zwetchgen Clafoutis mit Buttermilcheis und frischem Obst. © Maximilian Konrad © Maximilian Konrad

Der Preis

Beide Menüs werden mit je 56,50 Euro berechnet – inklusive Getränkebegleitung. Für mein Fisch-Menü ein angemessener Preis, aber über die Berechnung der vegetarischen Kombination wundern wir uns schon etwas. In anderen Restaurants des Menue Karussells ist für vegetarische Menüs ein geringerer Preis vorgesehen. Allerdings bekommt man ein anderes Menü serviert, als auf der Internetseite angegeben wird. Darüber wird man im Vorhinein bei der Reservierung informiert.

Das Fazit

Wir gehen glücklich und zufrieden nach Hause. Drei von vier Gängen haben uns echt überzeugt. Die Suppe war lecker, aber nicht überragend. Über den ganzen Abend wurden wir sehr aufmerksam bedient und die Getränke passten auch super zu den Gängen.

Menue Karussell

  • Bei der Aktion Menue Karussell bieten verschiedene Restaurants in Dortmund und Umgebung verschiedene Menüs an. Alle Menüs gibt es zu einem Festpreis, darin enthalten sind die begleitenden Weine oder Bier und Mineralwasser, nicht enthalten sind Aperitif, Digestif, warme und kalte Getränke.
  • Insgesamt laden 27 Küchenchefs zu Vier-Gang-Menüs in Castrop-Rauxel, Dortmund, Iserlohn, Unna, Waltrop, Werl und Wickede-Ruhr ein.
  • Wir haben uns bewusst einige Restaurants herausgesucht, die sonst nicht so in der Öffentlichkeit sind. Wir haben die Menüs getestet als ganz normale, zahlende Gäste.
  • Alle Informationen zur Aktion finden Sie hier: www.menue-karussell.de/dortmund/index.php
Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad