Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gefälschte BVB-Plakate gegen Nazis: Bekennermail aufgetaucht

rnIllegale BVB-Plakate

Nachdem in Dortmund gefälschte BVB-Plakate gegen Nazis aufgetaucht waren, hat die Polizei weiter keine Tatverdächtigen. In einem Medienbericht wird aus einem Bekennerschreiben zitiert.

Dortmund

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor anderthalb Wochen (11. Mai) hingen am Heimspielsamstag des BVB lauter vermeintliche BVB-Plakate in der Innenstadt: Sie zeigten Stars wie Mario Götze, die klar Stellung gegen die rechtsextreme Szene in Dorstfeld bezogen – bloß waren die Plakate gefälscht. Einige Tage später kursierte im Internet ein Video, das Unbekannte beim Aufhängen der Plakate in Werbevitrinen und an Wänden in Dortmund zeigt.

Die Polizei Dortmund habe die Prüfung des Videos abgeschlossen, sagte auf Anfrage am Dienstag (21. 5.) Sprecher Gunnar Wortmann. Wirklich weiter hilft das bei den Ermittlungen offenbar nicht. Denn die Männer in Warnwesten, die in dem Film zu sehen sind, wie sie Plakate aufhängen, sind nicht zu erkennen. Und mithin für die Polizei kaum zu identifizieren. Zwar haben sich die Künstlerkollektive „Rocco und seine Brüder“ aus Berlin und „Modus“ als Urheber des Videos bekannt – wer dahinter steht, ist aber nicht bekannt. An konkrete Personen heranzukommen, sei auch für die Polizei „nicht so einfach“, sagt Wortmann.

Aussagen zur Plakataktion in Dortmund

Die Künstlerkollektive haben dem Spiegel eine Bekennermail geschickt, in der sie sich erklären. Man habe auf den Rechtsradikalismus, der ein großes Problem in Dortmund sei, hinweisen wollen: „Wir sind schockiert, wie frei sich der Rechtsradikalismus in der Stadt bewegen kann“, zitiert die Spiegel-Redaktion aus dem Schreiben. In dem Video zur Plakataktion sind Ausschnitte zu sehen, die die von Nazis bewohnten Häuser in Dorstfeld sowie Aufmärsche von Rechtsextremen zeigen.

Der BVB sei nicht Ziel ihrer Kritik gewesen, schreiben die Urheber in ihrer Mail; der BVB sei nur „wenn auch unfreiwillig, unser Sprachrohr“ gewesen. Dass Nazis in Dortmund offen ihre Gesinnung zeigen könnten, während die Polizei nun gegen das illegale Anbringen der Plakate ermittelt, sei „symptomatisch für die Stadt“, zitiert der Spiegel aus der Mail. Anfragen unserer Redaktion ließen „Rocco und seine Brüder“ unbeantwortet.

Polizei erhält „keine relevanten Zeugenhinweise“

Dass die Polizei mehr als den üblichen Aufwand in die Ermittlungen steckt, darf indes bezweifelt werden. Das Unternehmen Wall, dessen Werbevitrinen die Guerilla-Plakatierer zweckentfremdet hatten, erhält seine Anzeige zwar aufrecht. Man wolle deutlich machen, dass das Öffnen der Vitrinen Unrecht war, sagt Wall-Pressesprecherin Frauke Bank. Erhebliche Schäden gab es allerdings nicht. Und das Thema sei „eigentlich erledigt“, so Bank.

Bei der Polizei seien „keine relevanten Zeugenhinweise“ auf die Plakatierer eingegangen, sagt übrigens Sprecher Gunnar Wortmann. Womöglich auch, weil viele Dortmunder die klare Botschaft gegen Rechts auf den gefälschten Plakaten gut fanden.

Lesen Sie jetzt

Ruhr Nachrichten Illegale BVB-Plakate

Gefälschte Plakate gegen Nazis: BVB distanziert sich - Positive Reaktionen in Netzwerken

Gefälschte BVB-Plakate gegen Nazis sorgten am Samstag in Dortmund vor der Partie für Aufsehen. Die Fake-Plakate sind inzwischen schon wieder verschwunden, der Fall bleibt aber mysteriös. Von Gaby Kolle, Nicole Giese

Lesen Sie jetzt