Lidl-Abkürzung: Wütende Anwohner starten Petition

rnBaustelle Hangeneystraße

Lidl-Kunden und Pendler nutzen eine schmale Straße in Dortmund als Abkürzung. Die Anwohner sind wütend und starten eine Petition. Das sagt nun die Stadt Dortmund dazu.

Kirchlinde

, 04.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor allem zum Berufsverkehr ist eine schmale Straße in Dortmund ständig verstopft. Lidl-Kunden und Pendler nutzen sie als Abkürzung zum Supermarkt und zur Autobahn.

Anwohnerin Michaela Kleinehabig und ihre Nachbarn sind wütend. „Unsere Straße geht kaputt und rücksichtslose Autofahrer gefährden Fußgänger“, erklärt Kleinehabig. Besonders schlimm: Der Osulfweg in Kirchlinde führt zum Kindergarten und zur Grundschule.

Michaela Kleinehabig habe bereits Kinder auf dem Bürgersteig beiseite ziehen müssen, weil Autofahrer auch den als Fahrbahn nutzen. Die Polizeiwache in Huckarde kontrolliert die Straße seit vermehrten Anwohnerbeschwerden regelmäßig.

Stadt und Polizei können nicht viel tun

„Ich sehe die Problematik genauso wie die Anwohner“, sagt Polizeihauptkommissar Ulrich Breuking. Doch abgesehen von Kontrollen seien der Polizei die Hände gebunden. Denn der Osulfweg ist keine Anliegerstraße.

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Grund für den Stau auf der schmalen Straße ist eine Baumaßnahme an der Hangeneystraße. Die offizielle Umleitung führt über die Straßen Im Dorloh, Kirchlinder Straße und Bärenbruch.

Lidl-Abkürzung: Wütende Anwohner starten Petition

Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens ist die Fahrbahndecke des Osulfwegs stark beschädigt. © Stephan Schütze

„Bei der Beschilderung von Umleitungen handelt es sich immer um eine ‚Empfehlung‘. Somit besteht für die Verkehrsteilnehmer kein Zwang, ausschließlich diese Umleitung zu nutzen“, sagt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund. „Leider lässt sich daher ein Verdrängungsverkehr nicht gänzlich ausschließen.“

Der Osulfweg kann keine Anliegerstraße werden

Würde stattdessen eine Auszeichnung als Anliegerstraße helfen? Dann könnte die Polizei Nicht-Anlieger, die die Straße befahren, für ihr Vergehen belangen. „Die Kontrolle ist an der Stelle schwierig, aber die Auszeichnung könnte manche Autofahrer abhalten“, sagt Ulrich Breuking.

„Die Beschilderung des Osulfwegs als ‚Anliegerstraße‘ macht nur dann Sinn, wenn dies durch die Polizei kontrolliert und ordnungsrechtlich verfolgt werden kann“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion.

Doch laut Gesprächen zwischen Tiefbauamt und Polizei sei eine Kontrolle einer Anliegerstraße nur dann möglich, wenn die Straße „überblickt werden kann und kontrollierbar ist“. Beim Osulfweg sei das aufgrund seiner Länge von 900 Metern und der Straßenführung nicht der Fall.

Das Ende der Bauarbeiten ist in Sicht

Zudem sei die Straße auch von den Seitenstraßen anzufahren, sodass auch alle umliegenden Straßen als Anliegerstraßen beschildert werden müssten. Zumindest eine gute Nachricht hat die Stadt allerdings für die Anwohner.

„Nach heutigem Stand dauern die Arbeiten an der Hangeneystraße bis zum 31. Januar 2020 an“, sagt Christian Schön. Anders als von einigen Anwohnern befürchtet ziehen sich die Bauarbeiten also zumindest nicht bis Mitte nächsten Jahres hin.

Trotzdem: Michaela Kleinehabig und ihre Nachbarn wollen eine Petition starten, damit sich doch noch kurzzeitig etwas tut.

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