Plaudern gegen Corona-Einsamkeit: Teilnehmer brauchen nur ein Telefon

rnCorona-Krise

Die Corona-Krise macht ältere Dortmunder, die zur Risikogruppe zählen und teils kaum soziale Kontakte haben, einsam. Ein Projekt der Caritas soll dagegen helfen. Dahinter stecken junge Menschen.

Huckarde

, 07.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kai Sikora ist jung. Er engagiert sich schon länger ehrenamtlich bei der Young Caritas. „Ich habe dort immer nur gute Erfahrungen gesammelt“, sagt der 23-Jährige. Der Schritt, an dem neuen Projekt „Huckarder Plauderschaft“ teilzunehmen, sei deshalb leicht gewesen. Kai Sikora war einer der ersten vier Ehrenamtlichen, die sich dafür gemeldet haben. Nun fehlen nur noch die Menschen, für die sich die Young-Caritas-Mitglieder engagieren können.

Gesucht werden vor allem ältere Menschen, die sich einsam fühlen. „Es wurde uns von verschiedenen Stellen gemeldet, dass gerade ältere Menschen während der Corona-Krise vereinsamen“, erklärt Benedikt Gillich vom Caritasverband Dortmund. „Sie gehören zur Risikogruppe, und viele kommen kaum vor die Tür. Manchen fehlen soziale Kontakte vollständig.“

Hemmschwelle ist groß

Die „Plauderschaft“ im Stadtbezirk Huckarde soll der Vereinsamung entgegen wirken. Projektteilnehmer brauchen dafür nur ein Telefon. Über Steckbriefe werden ihre Interessen mit denen der Young-Caritas-Mitglieder abgeglichen, um ein möglichst harmonisches Telefon-Pärchen zu bilden.

„Wie viele Menschen ein Ehrenamtlicher betreuen kann, haben wir noch nicht festgelegt“, sagt Benedikt Gillich. „Aber es soll keine Massenabfertigung werden.“ Im Gegenteil: Es soll eine gewisse Nähe und vielleicht sogar eine Telefon-Freundschaft entstehen.

Dabei sei das Projekt zwanglos und könne jederzeit beendet werden, wenn beispielsweise der Projektpartner doch nicht passe, so Gillich. Dennoch sei die Hemmschwelle bei den älteren Menschen offenbar hoch. Oder die Scham, zuzugeben, dass sie Hilfe oder einfach jemanden zum Reden brauchen.

Bislang hat sich trotz einer großen Flyer-Aktion niemand gemeldet. „Wir hoffen, dass das noch kommt“, sagt Benedikt Gillich. „Denn eigentlich ist das Projekt ganz unkompliziert. Da ist dann jemand, der sich Zeit nimmt und dem man zuhören oder etwas erzählen kann.“

So können Sie sich anmelden

Kai Sikora und die übrigen Ehrenamtlichen hoffen auf offene Gesprächspartner und den Austausch mit der „erfahreneren Generation“. „Ich glaube einfach, dass das Projekt beiden Seiten Freude bringen kann“, sagt Kai Sikora. „Wir helfen und freuen uns gleichzeitig, etwas von unseren Telefon-Partnern zu lernen.“

In seinem Steckbrief habe er beispielsweise die Themen Fußball und BVB, aber auch Glaube und die Beziehung zu Gott angegeben. „Ich glaube, dass ein Gespräch mit jemandem, in dessen Generation der Glaube noch einen viel höheren Wert hatte, mich nochmal in meinem Glauben bereichern kann.“

Interessierte können sich bei Benedikt Gillich unter Tel. (0152) 534054 28 oder per E-Mail an benedikt.gillich@caritas-dortmund.de melden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt