Ein Corona-Patient auf einer Intensivstation (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Drei Todesfälle trotz Impfung

Geimpfte Corona-Tote: Dortmunder Gesundheitsamt nennt weitere Details

In den vergangenen Wochen starben in Dortmund drei Menschen trotz Impfung an Corona – diese Nachricht sorgte am Wochenende für Aufsehen. Jetzt nennt das Gesundheitsamt Details zu den Fällen.

Es war nur ein Detail in der jüngsten Monats-Zwischenbilanz des Gesundheitsamts zur Corona-Lage in Dortmund – doch dieses Detail sorgte am Wochenende für Stirnrunzeln und Sorge: In den vier Wochen vor dem 13. Oktober waren (inklusive einer Nachmeldung) 3 Geimpfte unter Dortmunds 16 Corona-Todesfällen.

3 von 16 – das heißt, dass fast jeder fünfte Corona-Tote in Dortmund in diesem Zeitraum geimpft gewesen war. Weitere Informationen zu ihrem Alter und eventuellen Vorerkrankungen gab es erst einmal nicht.

Am Dienstag (26.10.) äußerte sich das Gesundheitsamt schließlich auf Nachfrage unserer Redaktion nochmals genauer zu den geimpften Corona-Toten. Alle drei seien vollständig geimpft und über 80 Jahre alt gewesen. Zwei von ihnen hatten nach Angaben des Gesundheitsamtes schwere Vorerkrankungen, beim dritten Todesfall habe man keine Angaben dazu bekommen.

Alle drei starben ursächlich an Corona

Klarheit gebe es aber bei der Todesursache: Alle drei seien ursächlich an Covid-19 gestorben – bei allen 16 Todesfällen des Untersuchungszeitraums waren es 14. Wie viele von ihnen Vorerkrankungen hatten, teilte die Stadt nicht mit.

Dass knapp 20 Prozent aller Corona-Toten zuletzt geimpft waren, sieht das Gesundheitsamt als statistische Zufälligkeit. Für zuverlässige Aussagen seien die Zahlen viel zu gering.

Die belastbareren Gesamtdaten der vergangenen Monate zeigten, dass „Covid-19-Infektionen bei älteren Menschen seit Beginn der Impfungen deutlich zurückgegangen sind und die Infektionen einen milderen Verlauf nehmen“, so das Gesundheitsamt. „Damit steht außer Zweifel, dass der Rückgang der Sterblichkeit in den hohen Altersgruppen auf die Impfungen zurückzuführen ist.“

Dass in letzter Zeit die Zahl der Impfdurchbrüche bei Senioren gestiegen sei, belege jedoch auch, dass „der durch die Impfungen erzielte Schutz bei Menschen Ü70 leider nicht so lange anhält“. Durch Vorerkrankungen erhöhe sich das Risiko zusätzlich, auch mit Impfschutz.

Das sieht auch Carsten Watzl so, der Leiter des Forschungsbereichs Immunologie am Leibniz-Institut Dortmund und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Auf die Frage, warum denn auch vollständig Geimpfte an Corona sterben, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das sind Leute, die haben Vorerkrankungen, besonders solche, die das Immunsystem betreffen.“

Diese Menschen seien zwar geimpft, die Impfung habe aber nie einen wirklichen Schutz aufgebaut. „Wenn sie sich infizieren, haben sie ein sehr hohes Risiko, schwer zu erkranken. Das ist das, was wir gerade auch auf den Intensivstationen sehen“, sagt Watzl.

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel