Geld aus dem Nachlass eines Brackeler Paares kommt dem Balou zugute

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Ihr Nachlass möge sozialen Zwecken zugute kommen. Das verfügte einst das vermögende Brackeler Ehepaar Annemarie und Heinz Neeland. Das hat das Balou nun mit der Spende vor.

Brackel

, 25.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kultur- und Bildungszentrum Balou in Brackel freut sich über eine Spende von 3000 Euro. Sie stammt aus dem Nachlass von Heinz und Annemarie Neeland.

Das bekannte Brackeler Ehepaar - beide waren Mitglied in der Gewerkschaft und bei der SPD - hatte einst verfügt, dass sein Vermögen nach dem Tod sozialen Zwecken zur Verfügung gestellt werden sollte. Kinder und Jugendliche sollten dabei in erster Linie bedacht werden.

Heinz Neeland starb 2009, Annemarie 2015. Zu diesem Zeitpunkt lebten beide bereits seit einigen Jahren in einem Pflegeheim, dessen Kosten einen Teil ihres einstmals großen Vermögens aufgebraucht hatte. Misslungene Aktien-Spekulationen, die mit der Lehman-Pleite zusammenhingen, taten ihr Übriges.

Annemarie Neeland (3.v.l.) erhielt 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande

Annemarie Neeland (3.v.l.) erhielt 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Das Foto zeigt außerdem (vl.) Erika Ströver, Gertrud Gerszewski und Gerda Grubinski, die damals ebenfalls geehrt wurden. © Archiv

Dennoch blieb ein Teil des Vermögens erhalten, den die Nachlassverwalter Angelika und Roland Spieß sowie Elisabeth Vossebrecher und Reiner Kunkel nach einigen rechtlichen Schwierigkeiten nun nach und nach vergeben können. So haben die Geschwister-Scholl-Gesamtschule bereits 10.000 Euro zur Einrichtung eines offenen Klassenzimmers und die Reichshof-Grundschule 5000 Euro zur Anschaffung von iPads erhalten.

Roland Spieß sagt: „Eigentlich hatten wir uns erhofft, solche Förderungen immer von den Zinsen auszahlen zu können, die das Vermögen abwirft.“ Daran sei jedoch nun nicht mehr zu denken. Ein kleiner Restbetrag sei noch vorhanden, sodass die Hoffnung bestehe, auch im kommenden Jahr noch eine soziale Einrichtung mit einer weiteren Spende bedenken zu können.

Dem Balou-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rudolf Preuss sind solche Zuwendungen sehr willkommen. Im zweiten Quartal 2020 habe das Haus wegen der Corona-Krise ein Minus von 40.000 Euro erwirtschaftet. Das sei nur zu stemmen gewesen, weil der Verein zuvor Rücklagen gebildet hatte, die eigentlich dem Dachgeschoss-Ausbau zugute kommen sollten, um die Kapazität des Balou-Gebäudes an der Oberdorfstraße 23 zu erhöhen.

19.000 Euro an weiteren Zuwendungen

Durch eine eigene Spendenaktion kamen 10.000 Euro zusammen, die das Balou an die arbeitslosen Lehrkräfte weitergegeben habe, deren Einnahmen völlig weggebrochen waren. Weitere 9000 Euro Unterstützung kamen vom Land NRW.

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Viele Kurse wie die Eltern-Kind-Angebote laufen noch gar nicht, andere finden mit verminderter Teilnehmerzahl statt, wie Geschäftsleiterin Nicola van der Wal sagt. „Sollte es einen weiteren Lockdown geben“, sagt Rudolf Preuss, „würden wir das nicht überstehen“. Er halte den Fortbestand der Einrichtung für das kulturelle Leben in Brackel aber für sehr wichtig.

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