Geld aus Fundbüro verschwunden - Polizei ermittelt

Panne bei der Stadt

Wieder ist in der Stadtverwaltung Geld weggekommen. Dieses Mal im Fundbüro. 151,90 Euro sind aus einer Geldbörse verschwunden. Die Fundsache 3317/15 ist am 17. November Thema im Rechnungsprüfungsausschuss – hinter verschlossenen Türen. Und möglicherweise gibt es einen zweiten Fall. Die Kriminalpolizei hat ermittelt.

DORTMUND

, 11.11.2016, 02:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wo sind die 151,90 Euro geblieben, die eigentlich im Fundbüro liegen sollten?

Wo sind die 151,90 Euro geblieben, die eigentlich im Fundbüro liegen sollten?

Der verschwundene Geldfund ist aufgefallen, weil der Finder im April 2016 bei der Polizei sein Fundrecht geltend gemacht und um Überweisung der 151,90 Euro gebeten hat. Der Finder hatte eine blaue Stofftasche mit Portemonnaie und dem Bargeld am 20. Oktober 2015 bei der Polizeiwache in Hörde abgegeben. „Es ist quittiert, dass die Fundgegenstände einschließlich des Bargeldes an die Stadt Dortmund übergeben wurden. Der Verbleib des Bargeldes ist nicht weiter aufklärbar“, schreiben die städtischen Rechnungsprüfer in ihrem nichtöffentlichen Bericht, der dieser Redaktion vorliegt.

Bargeld ist nicht aufgeführt

Auf der Quittung der Polizei war unter anderem der Bargeldbetrag von 151,90 Euro ausgewiesen, als die Fundsache Nummer 3317/15 noch am selben Tag vom städtischen Postfahrdienst abgeholt und im Fundbüro im Stadthaus abgestellt worden war. Ein Mitarbeiter des Fundbüros bestätigte noch am selben Tag den Erhalt der Fundsache verkürzt als „Tasche“. Auch im elektronischen Fundbuch ist als Inhalt nur „blauer Stoffbeutel mit schwarzer Geldbörse“ vermerkt. Das Bargeld ist nicht aufgeführt.

Als der Finder bei der Polizei im Frühjahr sein Fundrecht anmeldete, schaltete die Polizei das städtische Beschwerdebüro ein. Auf dessen Nachfrage teilte das Fundbüro mit, in dem Portemonnaie habe sich kein Geld befunden. Die Kriminalpolizei leitete daraufhin Ermittlungen ein und informierte am 8. August das Rechnungsprüfungsamt.

Inzwischen hat das Personalamt die in den Ablauf eingebundenen Beschäftigten befragt. Die Verfahrensweise, die laut Fundbüro-Mitarbeiter bis September 2016 bei der Abholung von Fundsachen aus den Polizeiwachen angewandt worden sein soll, ließ sich „in keinem geprüften Fall nachvollziehen“, monieren die Rechnungsprüfer. Weil der Verbleib des Geldes nicht aufzuklären ist, beabsichtigen die Bürgerdienste, zu denen das Fundbüro gehört, dem Finder die 151,90 Euro zu überweisen.

Gibt es einen zweiten Fall?

Bei einem zweiten möglichen Fall wartet die Stadt noch auf eine Antwort der Eigentümerin. Ihre Tasche mit 142 Euro Bargeld und einem Personalausweis wurde ebenfalls am 20. Oktober 2015 bei der Polizei in Hörde abgegeben. Die Fundstücke wurden per Einschreiben vom Fundbüro an das Fundbüro der Heimatgemeinde der Verliererin in Nordkirchen geschickt. Der Brief enthält als Angaben zur Fundsache nur den Hinweis: „Geldbörse mit Personalausweis u.a.“. Der Geldbetrag wurde nicht erwähnt. Ohne Bestätigung der Eigentümerin, ob sie ihr Geld zurückerhalten hat, ist nicht klar, ob das Dortmunder Fundbüro das Geld tatsächlich weitergeleitet hat.

Eine Durchsicht habe gezeigt, dass bei einer Weiterleitung an eine auswärtige Behörde „die Angaben zu den einzelnen Fundgegenständen im Anschreiben häufig verkürzt dargestellt werden“, schreiben die Rechnungsprüfer. Sie hatten schon im Sommer 2015 gewarnt, dass der Verbleib werthaltiger Fundsachen im Einflussbereich der Stadt nicht nachgewiesen werden könne. Wenig später war der Fall eingetreten.

Übergabeliste eingeführt 

Die Bürgerdienste hatten zwar zwischenzeitlich reagiert und die Räume gesichert, doch bei den letzten Ermittlungen traten weitere Defizite zutage. Unter anderem soll eine neue Software nun die festgestellten Mängel minimieren, und die betroffenen Beschäftigten sollen „nochmals sensibilisiert werden“. Als Sofortmaßnahme wurde eine Übergabeliste eingeführt für Fundsachen, die das Fundbüro von der Polizei übernimmt.

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