Geliebte mit Messer attackiert: Gericht verurteilt Handwerker zu achteinhalb Jahren Haft

rnSchwurgericht

Um zu verhindern, dass seine heimliche Affäre mit einer Angestellten ans Tageslicht kommt, stach ein 45-jähriger Handwerker zu. Jetzt hat das Schwurgericht das Urteil gesprochen.

Dortmund

, 01.10.2019, 20:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Richter haben keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte mit Tötungsvorsatz handelte, als er seine heimliche Geliebte im Januar auf einem Parkplatz an der Hohensyburg mit einem Messer attackierte. Die 27-Jährige wurde zwar nicht lebensgefährlich verletzt. Doch das war wohl pures Glück.

Zwei Polizisten kamen vorbei

Der Angeklagte wurde nämlich nur daran gehindert, weiter auf seine langjährige Geliebte einzustechen, weil zwei Polizisten an diesem Morgen zufällig an dem Auto vorbeikamen. Sie hörten die lauten Hilfeschreie des Opfers und schritten sofort ein. Dem Angeklagten gelang es zwar noch, das Messer und die extra für die Tat übergestreiften Einmal-Handschuhe wegzuwerfen. Dann aber ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Teilgeständnis im Prozess

Im Prozess hatte er die Messerattacke zwar zugegeben, dabei aber jede Tötungsabsicht von sich gewiesen. Sein Ziel sei an diesem Morgen nur gewesen, zu verhindern, dass die 27-Jährige mit dem Auto losfahren konnte. Deshalb habe der erste Stich auch dem Autoreifen gegolten. Als dieser aber nicht dazu führte, dass die Luft entwich, habe er die Fahrertür geöffnet, wo die Situation dann eskaliert sei.

Für denselben Vormittag war nämlich ein Verhandlungstermin am Arbeitsgericht angesetzt, bei dem die Gefahr bestand, dass seine Geliebte und seine Ex-Frau aufeinandertreffen konnten. Die Geliebte hatte lange Zeit in der Firma der Frau gearbeitet, war dann aber von jetzt auf gleich nicht mehr bezahlt worden. Dies wollte die Angestellte vor dem Dortmunder Arbeitsgericht geklärt wissen.

Termin am Arbeitsgericht

Die ausbleibenden Gehaltszahlungen hatten wohl damit zu tun, dass der 45-Jährige schon ein Jahr vor der Tat versucht hatte, sich von der Geliebten zu lösen. Diese hatte ihm nämlich im Januar 2018 eröffnet, von ihm schwanger zu sein. Doch das konnte und wollte der Angeklagte offenbar nicht akzeptieren.

Bis heute soll er die Vaterschaft für den im Oktober 2018 geborenen Jungen nicht offiziell anerkannt haben. In seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung hatte er dann zwar angekündigt, „alles für den Jungen zu tun, was du von mir zulässt“. Ob es aber jemals so weit kommen wird, bleibt fraglich.

Revision ist sehr wahrscheinlich

Denn nach dem Urteil der Richter wird der 45-Jährige lange Zeit in Haft bleiben müssen. Natürlich wird er zusammen mit seinem Verteidiger Jan-Henrik Heinz Revision gegen die Entscheidung einlegen. Doch bis der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Akten gelesen und bewertet hat, werden viele Monate vergehen. Zeit, die der Angeklagte auf jeden Fall in Untersuchungshaft bleiben wird.

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