Gemeindehaus wird entwidmet – und zum Vorzeigeobjekt

rnEvangelische Georgsgemeinde

Was passiert mit dem Gemeindehaus am Mühlenwinkel? Diese Frage ließ den Bürgern im Dortmunder Süden keine Ruhe. Jetzt ist endlich klar, wie die Nachnutzung aussieht.

Sölderholz

, 23.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürger haben gekämpft für ihr Gemeindehaus an der Straße Am Mühlenwinkel. Zahlreiche Gemeindegruppen der Evangelischen Georgsgemeinde trafen sich und treffen sich hier.

Den Verkauf der Immobilie konnten sie aber auch nicht verhindern. Jetzt ist klar, was danach kommt. Mitte 2020 wird das Gebäude an den Verein „Wohnen ohne Handicap“ übergeben. Das sagte jetzt Pfarrer Dietrich Biederbeck. „Das Gebäude wird an den Verein verkauft, das Grundstück auf Erbpachtbasis abgegeben“, so Biederbeck.

Aus dem Gemeindehaus wird „Wohnen ohne Handicap“.

Aus dem Gemeindehaus wird „Wohnen ohne Handicap“. © Jörg Bauerfeld

Dabei war es Zufall, dass die Vereinbarung zustande kam. Auf einer Feier trafen sich Biederbeck und ein Mitglied des erst in diesem Jahr gegründeten Vereins. „Sie suchten ein Haus für ihr Projekt, wir hatten eins“, sagt der Pfarrer. Und da die Gemeinde sowieso beschlossen hatte, das Gebäude zu verkaufen, kam eins zum anderen.

Elterninitiative, hervorgegangen aus der Schule am Marsbruch

Der Verein „Wohnen ohne Handicap“ hat sich aus Eltern gebildet, deren Kinder auf die LWL-Schule am Marsbruch gehen und teilweise schwere Behinderungen haben. Diese Elterninitiative hat sich nur darum gegründet, um den Kindern mit Behinderung eine Art Wohngemeinschaft zu bieten, in der sie bis an ihr Lebensende bleiben können. Fünf Familien haben sich dazu zusammengeschlossen.

Die letzte Weihnachtsfeier des Frauenabendkreises.

Die letzte Weihnachtsfeier des Frauenabendkreises. © Jörg Bauerfeld

Acht speziell eingerichtete Zimmer wird es später im Gemeindehaus geben. Dazu Küche, Wohnraum und weitere Gemeinschaftsflächen. Aktuell sucht der Verein noch einen Partner, der ihn im Bereich Pflege und Betreuung unterstütz.

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Das könnten in diesem Fall beispielsweise die Diakonie oder die Caritas sein. „Zudem werden noch Sponsoren gesucht, um den Umbau der Immobilie zu finanzieren“, sagt Kirsten Schneider, Mitglied bei „Wohnen ohne Handicap“.

Im Dezember wird das Haus entwidmet

Noch sind aber einige Gemeindeveranstaltungen im Evangelischen Gemeindehaus. So hatte beispielsweise der Frauenabendkreis seine letzte Weihnachtsfeier in dem Haus, in dem sich die Damen so lange getroffen hatten. Die Gruppe wird sich auflösen, der Weg nach Sölde, wo jetzt der nächste Treffpunkt der Gemeinde ist, ist vielen zu weit. Aber trotz des Ärgers über den Verlust ihres Hauses, hießen sie einen Teil der neuen Besitzer willkommen, die sich die Räume ansahen.

Kontaktdaten

Mehr Informationen zum Verein

  • „Wohnen ohne Handicap“ hat sich im März 2019 gegründet und wurde im September 2019 als gemeinnützig anerkannt.
  • Wer das Projekt „Wohnen ohne Handicap“ unterstützen oder mit den Mitgliedern in Kontakt treten möchte, der kann das per E-Mail tun: info@woh-dortmund.de oder unter Tel. 33 88 08 10.

Da in dem Evangelisches Gemeindehaus am Mühlenwinkel auch Gottesdienste stattfanden, muss das Gebäude noch entwidmet werden. Der Gottesdienst hierzu ist am Sonntag (29. 12.) um 11 Uhr an der Straße Am Mühlenwinkel 37.

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