Gemeinsamer OB-Kandidat mit der CDU? Grüne dementieren

rnReaktion auf Kanitz-Interview

Die Grünen wehren sich: Ein OB-Kandidat mit der CDU für Dortmund ist nicht ausgeschlossen, aber nicht beschlossen. In wichtigen Bereichen liegen die Dortmunder Parteien weit auseinander.

Dortmund

, 15.08.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder CDU-Parteichef Steffen Kanitz hatte im Interview mit dieser Redaktion Gespräche mit den Grünen über einen möglichen gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidaten für Dortmund eingeräumt. „Beide Partner müssten sich in einer solchen Konstellation inhaltlich und personell wiederfinden. Die Hürden dafür sind entsprechend hoch, aber wir würden keine Gespräche führen, wenn es keine Erfolgsaussichten gäbe“, sagte Kanitz.

Die Grünen wollen das nicht so stehen lassen und betonen: „Es gibt keinen Beschluss zur Frage einer OB-Kandidatur.“ Das hatte Steffen Kanitz auch nie behauptet.

„Ein völlig normaler Vorgang“

„Wenn die von den RN zitierten Äußerungen des CDU-Parteivorsitzenden Kanitz den Eindruck erwecken sollen, Grüne und CDU hätten den Entschluss gefasst, eine gemeinsame OB-Kandidatur auf die Beine zu stellen, müssen die Grünen das dementieren“, heißt es in einer Presse-Erklärung von Donnerstag (15.7.).

Wenn andere Parteien auf die Grünen zukämen, um mit dem neu zusammengesetzten Parteivorstand über die aktuell veränderte politische Stimmungslage zu sprechen, sei das „ein völlig normaler Vorgang“, sagte Katja Bender, Sprecherin der Dortmunder Grünen: „Auch gehört für uns zu einem Prozess, an dessen Ende die Aufstellung einer OB-Kandidatin oder eines OB-Kandidaten steht, alle Optionen auszuloten. Und das umso mehr aufgrund des möglichen Wegfalls der Stichwahl.“

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Grüne wollen sich „keiner Überlegung“ verschließen

Soll heißen: Ein gemeinsamer OB-Kandidat wäre schon denkbar; denn die Grünen stellen gleichzeitig fest, dass sie sich beim Thema OB-Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt „keiner Überlegung“ verschließen. Allerdings liegen CDU und Grüne zum Beispiel bei der Verkehrspolitik weit auseinander. „Dass eine von den Grünen getragene OB-Kandidatur einen eindeutigen Fokus zum Beispiel auf Klimaschutz und soziale Themen legen müsste, ist dabei selbstverständlich“, ergänzt Grünen-Sprecher Julian Jansen.

Beide Partner müssten sich in einer solchen Konstellation inhaltlich und personell wiederfinden – so hatte es auch CDU-Parteichef Kanitz im Interview betont.

Am Ende entscheide die Parteibasis der Grünen, ob sie einer Kandidatur aus ihren eigenen Reihen oder einer überparteilichen Kandidatur den Vorzug gebe, sagte Julian Jansen.

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