Abstands-Ärger in Dortmunds City und Schlangen-Management per Megafon

rnGeöffnete Geschäfte

Mehr als 20.000 Menschen sind am Montag auf dem Westenhellweg gezählt worden. Die Kundschaft braucht viel Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. So klappt‘s mit den Schlangen vor Geschäften.

Dortmund

, 22.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Interesse war sofort relativ groß, als am Montag (20.4.) viele Geschäfte in Dortmund nach wochenlanger Pause wieder öffnen durften. 20.200 Personen wurden von Laserscannern auf dem Westenhellweg gezählt. Vor der Corona-Ausnahmezeit waren es an normalen Montagen meist etwas über 30.000 Menschen.

Der Andrang und das schöne Wetter haben auch sofort zu Problemen mit den Abstandsregelungen geführt. Wer etwas bei Imbissbuden kauft, darf den Snack nicht innerhalb von 50 Metern um den Laden herum essen. In der Dortmunder City ist man dann aber häufig schon wieder im Radius des nächsten Anbieters.

„Die Leute haben sich mit einem Eis oder einem Getränk auf unsere Bänke gesetzt“, sagt Monika Wolf vom Imbisswagen Wurst Willi an der Petrikirche: „Dann hatte ich hier sofort ein Gespräch mit der Polizei.“ Entsprechende Hinweisschilder hängen jetzt überall gut sichtbar, die Betonbänke sind mit rot-weißem Klebeband versehen.

Mit den eigenen Kunden gebe es aber keinerlei Probleme, betont Wolf. Alle seien sehr verständnisvoll. Und läuft man so durch die City, sieht man an vielen Stellen auf dem Boden abgeklebte Wartezonen und Kunden, die sich gut daran halten.

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Vor dem Optiker Fielmann bildet sich am frühen Nachmittag eine Schlange von fünf Kunden. Mitarbeiter kommen mit Handschuhen und Mundschutz raus und fragen, welche Anliegen die Kunden haben. Wer nur eine Brille richten lassen oder abholen möchte, bekommt sie nach draußen gebracht. Ins Geschäft darf man nur mit eigenem Mund-Nasen-Schutz - wie sie ab Montag (27.4.) grundsätzlich in ganz NRW Pflicht werden.

Beim Schuhgeschäft Snipes sagt der Mitarbeiter, der für einen geregelten Einlass sorgt, er habe nur etwas Arbeit mit der Schlange gehabt, als es am Montagnachmittag voll wurde. Weil manche Leute den Abstand nicht so genau nahmen: „Aber die Leute haben Verständnis“, sagt der Mitarbeiter.

„Gut, dass die Läden wieder offen sind“

Kunde Pascal Meiser macht die Wartezeit vor dem Geschäft nichts aus. „Gut, dass die Läden wieder offen sind“, sagt er: „Die ganze Zeit zu Hause zu sein, da wird man ja verrückt.“ In der Thier-Galerie war es am Nachmittag ausgesprochen leer, nur die Eingänge am Westenhellweg und am Hohen Wall waren geöffnet.

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Obwohl es keinen richtigen Stau gab, hatte der Sicherheitsmann vor dem Kaufland an der Bornstraße jedoch jede Menge zu tun. Mit einem Megafon bewaffnet wies er alle Kunden darauf hin, dass jede einzelne Personen, die in den Laden will, einen Einkaufswagen nehmen muss - es sei denn, man hat schon einen Kinderwagen dabei. „Alles gut, das funktioniert schon“, sagt der Mann. Ärger mache hier niemand.

Auf dem Hornbach-Parkplatz an der Bornstraße hat man sich auf einen riesigen Ansturm vorbereitet.

Auf dem Hornbach-Parkplatz an der Bornstraße hat man sich auf einen riesigen Ansturm vorbereitet. © Kevin Kindel

Die längste Schlange unserer Rundfahrt entdecken wir bei Tedox an der Bornstraße. Zwölf Paare und Familien stehen vor dem Eingang des „Renovierungs-Discounters“, wie sich der Laden selbst bezeichnet. Auch hier gibt es Klebestreifen als Abstandshalter auf dem Boden. „Man muss geduldig sein“, sagt eine Kundin: „Aber da drüben beim Baumarkt ist es manchmal richtig schlimm.“

An diesem Mittwochnachmittag stehen dort zwar gerade nur vier Leute draußen vor dem Hornbach-Eingang. Die auf den Parkplatz extra aufgesprühten Striche lassen aber erahnen, was hier an Samstagen los ist. Für eine mehr als 100 Meter lange Schlange sind Markierungen angebracht.

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