Geschichten beim Winterleuchten: Das liest Fedor Thadeusz im Märchenzelt

rnWinterleuchten im Westfalenpark

Der Geschichtenleser im Märchenzelt beim Winterleuchten im Westfalenpark ist ein Martener. Fedor Thadeusz ist seit der ersten Veranstaltung dabei. Er verrät, was ihn an seiner Arbeit reizt.

Marten

, 06.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Märchenonkel möchte er nicht genannt werden, lieber Geschichtenleser. „Das ist es ja schließlich, was ich tue“, sagt Fedor Thadeusz (44) und lacht. Der Martener ist ein Mann der ersten Stunde: Seit dem ersten Winterleuchten im Westfalenpark 2007 ist er mit seinen Geschichten und Büchern dabei.

„Der Kontakt kam über eine Bekannte, die den Veranstalter kannte“, erzählt der 44-Jährige. Er ist freischaffender Künstler, gibt Didgeridoo-Workshops und tritt auch mit dem Instrument auf.

Thadeusz hat einige Semester lang Philosophie studiert und eine abgeschlossene Gesangsausbildung. Und die lässt er zum Teil auch in seine Geschichten einfließen.

Von krankhaften Weihnachtslieder-Ohrwürmern

„Morbus Hallelujah“ ist eine davon. Hier befasst sich Fedor Thadeusz mit den immer wiederkehrenden Ohrwürmern, um die man zu Weihnachten kaum herumkommt. „Jingle Bells“, „Santa Claus is coming to town“ oder „Last Christmas“ – die modernen Klassiker kommen in der Geschichte vor. Thadeusz versucht in der Geschichte, sie abzuschütteln, bis ein Psychologe bei ihm die fiktive Krankheit „Morbus Hallelujah“ diagnostiziert. Das Heilmittel? Das erfahren alle, die beim Winterleuchten ins Märchenzelt kommen.

Thadeuszs selbst geschriebene Geschichten sind allerdings nur etwas für Erwachsene. Die können „Um den Hund gekommen“, „Das Weihnachstfest in vollen Zügen“, „Cyprinius Adieu“ und vielen anderen Geschichten an jedem Freitag und Samstag des Winterleuchtens (6.12.2019-11.1.2020) lauschen.

Geschichten beim Winterleuchten: Das liest Fedor Thadeusz im Märchenzelt

Das Winterleuchten im Westfalenpark findet bis zum 11. Januar statt. © Nils Foltynowicz (A)

Von 20 bis 22 Uhr müssen Kinder dann draußen bleiben. „Ich lese aber nicht nur meine eigenen Geschichten“, erzählt Fedor Thadeusz. „Ich habe zum Beispiel auch schon Hermann Hesse oder Charles Bukowski gelesen.“

„Gesellschaftskritik ist wichtig“

Ihm sei es wichtig, Gesellschaftskritik zu üben. „Man muss nicht alles hinnehmen, das ist die Message“, sagt Fedor Thadeusz. „Deshalb habe ich beim Lesen auch meine eigene Narrenkappe auf, dann darf ich alles sagen. Man sollte im Geiste frei sein.“

Diese Gedanken durch seine Geschichten zu teilen, sei für ihn der Reiz an seiner Arbeit. Aber auch, den Zuhörern eine gute Zeit zu machen und sie zum Lachen zu bringen. „Das ist auch bei den Kindern das Schönste“, sagt Thadeusz. „Und, wenn mir hinterher eins am Mantel zupft und sagt, wie schön es war.“

Für Kinder liest er vor allem Märchen. Eines seiner Lieblingsmärchen: „Das Giftmärchen“ von Karl Manfred Kyber. „Das Märchen wird auch von vielen Stammzuhörern verlangt – die Moral ist einfach gut.“

Für Kinder liest Fedor Thadeusz während des Winterleuchtens täglich von 17 bis 20 Uhr in seinem Märchenzelt am Kaiserhain (Eingang Florianstraße). Und egal, für wen er liest, ein Ziel hat er immer im Hinterkopf: „Ich möchte für Ruhe sorgen in der hektischen Vorweihnachtszeit, aber auch zeigen, dass Besinnlichkeit das ganze Jahr über gut tut.“

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