Gestohlene Zoo-Tiere: Stadt hat Wachdienst engagiert

Affen und Nagetiere verschwunden

Drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis sind in der Nacht zu Montag aus dem Dortmunder Zoo verschwunden. Der Zoodirektor ist überzeugt: Dieser Diebstahl war gut vorbereitet. Auf dem Schwarzmarkt sind die Tiere viel Geld wert. Die Stadt hat bereits auf den Vorfall reagiert.

BRÜNNINGHAUSEN

, 12.08.2015, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung Donnerstag 9.22 Uhr: 

Die Stadt hat bereits am Montag kurz nach dem Diebstahl der Tiere reagiert und einen Wachdienst engagiert. Das bestätige Stadtsprecherin Anke Widow am Donnerstagmorgen auf Anfrage unserer Redaktion. Der Wachdienst sei ab sofort im Einsatz. "Sieben Tage die Woche, 24 Stunden", sagte Anke Widow. Was der Wachdienst die Stadt kostet? "Dazu machen wir keine Angaben, da es Gegenstand von Vertragsdetails ist", so die Stadtsprecherin. Zum Schutz der Tiere sei der Preis aber angemessen.

Derweil gibt es bei der Polizei noch keine neuen Hinweise zum Diebstahl. "Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Bislang haben wir noch keine neuen Anhaltspunkte", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen auf Nachfrage unserer Redaktion.    

Einbruch ins Amazonas-Haus: Drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis entwendetSicherlich haben viele von Euch...

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Ursprungsartikel Mittwoch, 18.32 Uhr:

Drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis sind in der Nacht zu Montag aus dem Dortmunder Zoo verschwunden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Fall.

Wann geschah die Tat?

Irgendwann zwischen Sonntag, 19 Uhr, und Montag, 7 Uhr. Als der Zoo am Sonntag schloss, waren die Tiere noch in ihrem Gehege im Amazons-Haus. Am Montag bemerkte eine Tierpflegerin den Diebstahl, als sie die Tiere gegen sieben Uhr füttern wollte.

Was wurde gestohlen?

Drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis' tag='. Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter geht davon aus, dass die Äffchen jeweils mehrere tausend Euro auf dem Schwarzmarkt wert sind. Die Zwergagutis, schätzt er, dürften noch mehr kosten, da der Zoo Dortmund einer der letzten ist, die diese Meerschweinchenverwandten halten.

Wie gingen die Täter vor?

Gezielt. Sie drangen erst in den Zoo ein, dann hebelten sie eine Kunststoff-Platte am Amazonas-Haus in direkter Nähe des kleinen Geheges auf. Der Zoodirektor glaubt, dass sich der oder die Täter zuvor im Zoo umgesehen haben und die Äffchen länger studiert haben müssen. Denn unter den drei Äffchen waren die beiden Elterntiere. Und die müsse man erst einmal erkennen können.

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Einbruch im Zoo: Affen und Nagetiere geklaut

Unbekannte haben in der Nacht zu Montag drei Affen und zwei Nagetiere aus dem Dortmunder Zoo gestohlen. Wir haben uns den Tatort genauer angeschaut.
12.08.2015
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Von den geklauten Affen fehlt bislang jede Spur.© Foto: Dieter Menne
Das Affengehege im Dortmunder Zoo.© Foto: Dieter Menne
Die Zwergseidenaffen werden ungefähr 13 Zentimeter groß und bis zu 18 Jahre alt.© Foto: Dieter Menne
Dr. Klaus Brandstätter, Zoodirektor, steht vor dem Gehege, vier Äffchen sind noch darin...© Foto: Dieter Menne
An diesen Hinweis hielten sich der oder die Täter nicht.© Foto: Dieter Menne
Ziemlich süß, so ein Zwergseidenaffe.© Foto: Dieter Menne
Die Hinweistafel zu den Zwergseidenaffen im Zoo.© Foto: Dieter Menne
... zerstört seien sie, traumatisiert. Zwergseidenäffchen hätten, so Brandstätter, ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, das jetzt zerstört sei. "Sie können sich das wie einen Bienenstock vorstellen", so der Zoodirektor, "wenn sie da die Königin herausnehmen, ist das Volk zerstört."© Foto: Dieter Menne
Der Zwergseidenaffe zählt zu den kleinsten Affenarten weltweit.© Foto: Dieter Menne
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Gibt es für die Tiere einen Markt?

Davon ist auszugehen. Diebstähle aus dem Zoo heraus gab es zwar in Dortmund in den letzten 15 Jahren, so lange ist Brandstätter hier, nicht. Aber vor zweieinhalb Wochen wurden im Krefelder Zoo drei Goldene Löwenäffchen und Anfang Februar neun Totenkopfäffchen aus einem Affen- und Vogelpark im Bergischen Land gestohlen. Diebstähle gab es in den letzten Jahren in ganz Europa, von den Tätern fehlt bisher jede Spur.

Wie geht es den verbliebenen Tieren?

Laut Brandstätter sind sie mindestens verstört, vielleicht auch traumatisiert. Zwergseidenäffchen hätten ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, das jetzt zerstört sei. „Sie können sich das wie einen Bienenstock vorstellen, aus dem die Königin entfernt wurde“, so der Zoodirektor. Auch um die gestohlenen Tiere macht er sich aber große Sorgen. Sie seien sehr sensibel und stressanfällig. Ob sie den Diebstahl aus dem Gehege heraus überlebt haben, sei fraglich und ein Herzinfarkt möglich. Dass er die gestohlenen Äffchen jemals wiedersieht, daran glaubt der Zoodirektor nicht.

Wer in der Nacht von Sonntag auf Montag rund um das Zoogelände verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet oder die Tiere gesehen hat, sollte sich bei der Polizei Dortmund unter Tel. (0231) 1 32 74 41 melden.

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