Gestrandet in Kathmandu: Dortmunder hängen in Nepal fest

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Zusammen mit ihrer zwölfköpfigen Reisegruppe war die Dortmunderin Dori Rindle im Kathmandu-Tal in Nepal. Und aktuell weiß sie nicht genau, wann und wie sie zurück nach Deutschland kommen soll.

Dortmund

, 31.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Reise war von langer Hand geplant und sollte eine Mischung aus der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und dem Thema „Fairer Handel“ werden. Und Anfang März sprach auch nichts gegen die Rundreise durch Nepal. Dori Rindle ist bereits seit Februar in Nepal, und während erste Meldungen aus China und Europa zu Corona eingingen, war die Situation vor Ort entspannt.

Offiziell hatte Nepal nur einen Infizierten, der das Virus gut überstanden hatte und somit zählte Nepal zur sicheren „Green Zone“. Ein vermeintlicher Irrglauben, der sich noch lange halten sollte. Rindle ist in Dortmund durch den Verein Ganesh Nepalhilfe e.V. und seit 27 Jahren mit dem „Fairen Weihnachtsmarkt“ auf dem Propsteihof mit fair gehandelten Produkten aus Nepal bekannt.

Zudem bietet sie auch Reisen nach Nepal im Zeichen des fairen Handels an. Am 13. März kam die Reisegruppe aus Deutschland an, um sich das Kathmandu-Tal anzusehen. „Zu dem Zeitpunkt war in keinster Weise abzusehen, was auf uns zukam. Und nun ist mir nur noch wichtig, dass alle gut nach Hause kommen“, berichtete Rindle am Wochenende im Telefonat mit dieser Redaktion.

Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse

Während aus Deutschland immer neue Nachrichten zur Corona-Krise eintrafen, verlief die Reise zunächst nach Plan. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Am 15. März schloss Indien die Grenzen, was dazu führte, dass ab dem 16. März Gasvorräte und Grundnahrungsmittel wie Reis, Linsen, Bohnen, Salz, Öl, Tee, Zucker oder Gewürze in großen Mengen gekauft wurden. Am 17. meldete sich die Deutsche Botschaft bei Rindle. Viele Fluglinien würden bereits den Flugverkehr einstellen, und sie möge bitte alle Reisenden in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes registrieren lassen.

Keine Touristen, keine offenen Geschäfte, kein öffentliches Lebens mehr: Die Straßen der Hauptstadt Kathmandu sind leer.

Keine Touristen, keine offenen Geschäfte, kein öffentliches Lebens mehr: Die Straßen der Hauptstadt Kathmandu sind leer. © dori

Am 19. erfolgte der Einreisestopp für Touristen. Die noch am 19. gebuchten Rückflüge wurden einen Tag später gestrichen und die Gruppe wurde nervöser. Am Montag, den 23. erfolgt dann die Ausgangssperre für Nepal.

Lebensmittel wurden teurer

„Du weißt einfach nicht, wann was passiert und es kommt natürlich auch Angst auf“, beschreibt sie die Stimmung vor Ort. Alles ist abgeriegelt, es gibt Straßensperren und eine gewisse Hilfslosigkeit macht sich breit – auch bei den Einheimischen, die neben Abstand halten scharfes Chili als Gegenmittel verstehen. „Ich versuche seit Tagen Ruhe auszustrahlen und keine Gefühle zu zeigen“, sagt sie besorgt. Die Gruppe konnte in ihrem Gästehaus bleiben und versuchte weiterhin, die Rückreise selbst zu organisieren. Leider bis zum 24. März erfolglos.

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Währenddessen stiegen die Preise für Lebensmittel um das Dreifache, und die Situation änderte sich stündlich und sehr willkürlich. „Ich bin sehr froh, dass ich hier über die Jahre ein gutes Netzwerk aufbauen konnte. Das gibt ein gewisses Gefühl von Sicherheit“, so Rindle.

Die Stimmung selbst ist zu dem Zeitpunkt gedrückt und die Gruppe voller Sorgen und Ungewissheit. Am 25. März dann erste Erleichterung: Eine E-Mail der deutschen Botschaft bestätigte die Aufnahme ins Rückholprogramm und Flüge werden organisiert. Dori Rindle wollte erst später fliegen. „Ich will auf zwei Frauen warten, die noch nicht in Kathmandu angekommen sind. Es ist mir sehr wichtig, dass hier keiner zurückgelassen wird“, hält sie fest. Mittlerweile war der 29. März, und bis auf die drei Frauen sind alle sicher in Deutschland gelandet.

Rindle selbst sitzt noch in Nepal fest. Sie hofft, bald abfliegen zu können Sie weiß aber auch, dass ihr erst einmal eine zweiwöchige Quarantäne in Dortmund bevorsteht.

Kontakt

Ganesh Nepalhilfe e.V., Immermannstraße29, 44147 Dortmund, www.ganesh-nepalhilfe.org

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