Gesundes Grün

Wellinghofen Die dicken Regentropfen hämmern nur so auf die pitschnasse Kopfbedeckung. Ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt.

03.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Wilhelm Grote (Umweltamt), auch schon von der Nässe gezeichnet, lässt sich die Stimmung nicht vermiesen - trotz des Dauerregens. Der Grund für seine gute Laune liegt nur einige Meter entfern und präsentiert sich in sattem Grün: der Niederhofener Wald.

Ein kleiner Rundgang durch das Waldgebiet, zusammen mit dem Forstbetriebsbeamten für den Dortmunder Süden, Heiner Beckmann, zeigt - keine besonderen Vorkommnisse. Es geht den Bäumen ziemlich gut. Von Erkrankungen keine Spur, oder sagen wir besser, kaum eine Spur, denn «Naturfachmann» Wilhelm Grote hat sofort in der Baumkrone einer Buche leichte Stressschäden ausgemacht. «Dafür kann es verschiedene Ursachen geben», erklärt Grote. Eine sei die Luftverschmutzung, die den Bäumen immer noch zusetze. «Die ist aber in den letzten Jahren zum Glück zurückgegangen.»

Etwas Stress

Viele dieser Bäume (bis zu 150 Jahre alt) hätten noch unter den Einflüssen der Stahlindustrie gelitten, da dürfe man schon einmal etwas Stress zeigen. Dass gerade die Buchen einen gesunden Eindruck machen, liegt «am stabilen und guten Boden im Dortmunder Süden», erklärt Grote. Das sei auch der Grund, warum der Kelch des Waldsterbens am Niederhofener Wald so ziemlich vorbei gegangen sei.

Lediglich der Eichenbestand macht ein wenig Kopfzerbrechen. «Das liegt», so Heiner Beckmann, «an den vielen extrem warmen Sommern in einem Jahrzehnt. Dadurch sind die Bäume gestresst und damit anfällig für Insektenbefall». Der Eichen-splintkäfer ist so ein böser Geselle, der den Bäumen zu Leibe rückt - das war zumindest so in den letzten Jahren. In diesem Jahr scheint der kühle Sommer den gefräßigen Insekten die Knabberlaune zu vermiesen.

Borkenkäfer

Denn auch der in den Wäldern nicht gerade beliebte Borkenkäfer, der sich auf den Genuss von Lärchen spezialisiert hat, ist bislang kaum in Erscheinung getreten. Auch die Wunden, die Sturmtief Kyrill in den Grüngürtel gerissen hat, sorgen nicht für Beunruhigung.

In den nächsten Jahren sollen rund 120 000 junge Bäume, hauptsächlich Buchen, nachgepflanzt werden. Sie sorgen dafür, dass der Niederhofener Wald auch in Zukunft in üppigem Grün erscheint. jöb

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