Gesundheitsamt ändert Teststrategie - mehr Dortmunder sollen auf Corona getestet werden

rnCoronavirus

Geben die bislang eingeschränkten Tests ein reales Bild der Lage über die Verbreitung des Coronavirus ab? Die Stadt reagiert auf solche Sorgen - und weitet die Tests aus.

Dortmund

, 24.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur knapp 1500 Dortmunder wurden bislang auf das Coronavirus getestet. Rund 1200 Abstriche sind bis Anfang der Woche vom Gesundheitsamt der Stadt vorgenommen worden, knapp 100 im Klinikum und einige weitere in unbekannter Zahl im Brackeler Knappschaftskrankenhaus und bei niedergelassenen Ärzten.

Die Zahlen hatten die Stadt und die anderen Beteiligten am Montag genannt. 170 Tests waren bis zu diesem Zeitpunkt positiv ausgefallen, am Dienstag (24.3.) stieg die Zahl der Corona-Fälle in Dortmund auf 183. Offen ist, wie hoch die Dunkelziffer ist - wie viele Menschen also infiziert sind, aber noch nicht getestet wurden.

Jetzt lesen

Die bislang schmale Datenbasis soll aber bald größer werden, verspricht Dr. Frank Renken als Leiter des städtischen Gesundheitsamtes. Er kündigte am Dienstag (24.3.) eine Änderung der Teststrategie an.

Das bisherige System sei nicht lückenlos, räumte Renken ein. Man habe bisher nur risikobezogen, also zum Beispiel bei Personen, die aus Risikogebieten gekommen sind oder Kontakt zu solchen hatten und zugleich Corona-Symptome zeigten, getestet, erklärt Renken. Diese Rückkehrer gebe es nun nicht mehr.

Nun gehe es darum, die Menschen zu entdecken, die sich unerkannt angesteckt haben, sagte Renken. Deshalb wolle man künftig zusätzlich auch die Personen untersuchen, die allein eine für das Coronavirus typische Symptomatik zeigen - das könne auch einen grippalen Infekt als Ursache haben. „Wir wollen wissen, ob es eine stärkere Ausbreitung des Coronavirus in Dortmund gibt, die wir bisher nicht erkannt haben“, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes.

Zentrum am Klinikum Nord

Zentraler Ort für die Abstriche, die für die Tests notwendig sind, soll ab Freitag das neu eingerichtete Diagnosezentrum am Klinikum Nord sein, kündigte Renken an. Für die Abstrichstelle im Gesundheitsamt am Hohen Wall seien nur noch bis Donnerstag Termine vergeben worden.

In der Diagnosestelle sei die Kapazität so hoch, dass alle untersucht werden könnten, die untersucht werden müssten, sagte Renken. Allerdings sei weiterhin nur eine Höchstzahl von 700 Tests möglich, weil die Laborkapazitäten begrenzt seien.

Tests auch ohne Voranmeldung

Die Tests im Diagnosezentrum am Klinikum Nord werden in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung vorgenommen und sind auch ohne Voranmeldung möglich. Mittelfristig sollen dort auch direkt Untersuchungen stattfinden und Kapazitäten aufgebaut werden, um bei einer weiteren Zunahme von Corona-Erkrankungen Patienten von dort aus auf die Krankenhäuser zu verteilen. Schwerpunktmäßig sollen Corona-Patienten im Klinikum Nord und im Knappschaftskrankenhaus in Brackel behandelt werden.

Lesen Sie jetzt

Ein Bewohner des Schmallenbach-Hauses trägt das Coronavirus in sich. Zahlreiche Coronatests wurden durchgeführt. Und: Ikea weist eine lungenkranke Kundin ab. Der Überblick für den Kreis Unna.

Lesen Sie jetzt