Sinnvoll oder Flop? Was das Gesundheitsamt von der Corona-Warn-App erwartet

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Die neue Corona-App des Bundes soll beim Eindämmen der Pandemie behilflich sein und Infektionsketten zurückverfolgbar machen. So denkt das Dortmunder Gesundheitsamt über die App.

Dortmund

, 18.06.2020, 03:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist nach einiger Verzögerung jetzt als Download für Smartphones erhältlich. Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeit des Dortmunder Gesundheitsamtes bei der Bekämpfung der Pandemie? Die Beamten haben uns drei Fragen zur App beantwortet und erklärt, wie es jetzt weitergeht beim Kampf gegen Covid-19.

? Welche Erwartungen knüpft das Gesundheitsamt an die Bundes-App?

Es ist und bleibt die zentrale Aufgabe der Gesundheitsämter, im Rahmen ihrer Infektionsschutzarbeit - nach Meldung von positiv getesteten Corona-Fällen - die Kontaktpersonen-Nachverfolgung vorzunehmen und Betroffene sowie enge Kontaktpersonen unter Quarantäne zu stellen.

Diese klassische Containment-Arbeit durch das Gesundheitsamt bleibt bestehen und wird nicht durch die App erleichtert. Die Corona-Warn-App könnte als Ergänzung zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung des Gesundheitsamtes dienen, weil sie hilft, Risiko-Begegnungen mit Corona-positiv getesteten Personen ergänzend zu erkennen, etwa die zufällige Begegnung mit Unbekannten in Bus und Bahn. Insofern kann sie dazu beitragen, dass Infektionsketten unterbrochen werden könnten.

Da im Falle der App-Warnmeldung "Erhöhtes Infektionsrisiko" die Nutzenden die Empfehlung erhalten, sich telefonisch an den Hausarzt oder an das örtliche Gesundheitsamt zu wenden, um weitere Schritte abzuklären, rechnet das Gesundheitsamt mit einer erhöhten Anzahl von Anrufen. Ob die App am Ende den erhofften Nutzen haben wird, bleibt abzuwarten.

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Macht es überhaupt Sinn beim aktuellen Infektionsgeschehen die App zu nutzen, oder kommt sie zu spät?

Die App kann unabhängig von den Infektionszahlen eine sinnvolle Ergänzung zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung des Gesundheitsamtes sein. Bis ein Impfstoff und/oder eine sichere medikamentöse Therapie verfügbar sind, sind viele und sich ergänzende Strategien von Nutzen; die App kann ein dafür Element sein.

Wie viele Dortmunder müssten die Corona-App runterladen, damit sie funktioniert?

Laut einer Studie vom Big-Data-Institut der Universität Oxford, in der simuliert wurde, unter welchen Bedingungen die Tracing-App helfen könne, Infektionsketten zu unterbrechen, hieß es anfangs, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App installieren müssten, damit sie funktionieren könne. Das wären zirka 360.000 Dortmunder. Aktuell gehen die Wissenschaftler des Oxforder Institutes davon aus, dass die App bereits wirken könne, wenn 15 Prozent der Bevölkerung sie nutzten, also 90.000 Dortmunder. Generell gilt: Je mehr Menschen sie nutzen, desto besser funktioniert die App.

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