Gesundheitstag: Nordstadt auf Herz und Nieren getestet

DORTMUND Beim 2. Gesundheitstag in der Nordstadt stellten am Samstag im Dietrich-Keuning-Haus etwa 30 Apotheker, Ärzte, Therapiepraxen und Serviceeinrichtungen ihre Angebote vor. Die Besucher konnten auch von kostenlosen Tests profitieren und sich intensiv beraten lassen. Ein Angebot, das viele Menschen aus der ganzen Stadt wahrnahmen.

von Von Heike Thelen

, 19.10.2008, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gesundheitstag: Nordstadt auf Herz und Nieren getestet

Akteure des Gesundheitstages mit Schirmherrin Birgit Jörder (3.v.l.).

Etwa 30 Apotheker, Ärzte, Therapiepraxen und Serviceeinrichtungen informierten, testeten und berieten Kinder, Eltern und ältere Menschen beim Gesundheitsmarkt. Angestoßen durch ein Urban II-Projekt im vergangenen Jahr haben sich Vertreter der Gesundheitswirtschaft zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und die Organisation des Tages selbst in die Hand genommen. Ein breit gefächertes Angebot an Vorsorge und Gesundheitschecks, das Patienten aus der ganzen Stadt gern annehmen. Manfred Becker ist eigens aus Hörde gekommen, um sich durchchecken zu lassen und sich am Stand der Schlaganfall-Hilfe über sein persönliches Schlaganfall-Risiko zu informieren.

Im Mittelpunkt aber stehen die besonderen gesundheitlichen Probleme in der Nordstadt. „Viele islamische Patienten können kaum deutsch und wissen auch nur wenig über ihre Rechte und mögliche Hilfsangebote“, begründet Ismayil Caliskan, warum er seit einem Jahr das ambulante Pflegezentrum Emin-El mit ausschließlich muslimischen Mitarbeitern an der Münsterstraße leitet. Seine Beratung über Rechte, Grundsicherungs- und Versorgungsanträge versteht er als wichtigen Schritt zur gesellschaftlichen Integration. Auf Bewegungsarmut und Fehlernährung konzentriert sich das Angebot von Apotheker Klaus-Peter Grotemeyer. „Das sind besondere Probleme in der Nordstadt. Man denke nur an das sehr scharfe und süße Essen vieler türkischer Familien und den Fernsehkonsum vieler Kinder aus sozial schwachen Familien“, so der Apotheker. Mit Ergometer und Schrittzähler motiviert er, täglich mindestens 8000 bis 10.000 Schritte zu gehen und klärt auf über Unmengen von Fetten und Zucker in Nahrungsmitteln wie Nougat-Brotaufstrich oder Pizza.

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