Getötete Frau in der Nordstadt: Kioskbetreiber erlebte Streit der Eheleute mit

rnVerbrechen

Eine 35-jährige Frau wurde am Freitag in der Nordstadt offenbar brutal umgebracht. Ihr Ehemann (59) sitzt unter Tatverdacht in Haft. Wertvolle Hintergründe zur Tat liefert ein Augenzeuge.

Dortmund

, 22.09.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deniz Gineli wollte gegen Mitternacht in der Nacht zu Freitag gerade seinen Kiosk abschießen, als ihn sein Kollege alarmierte. Ein Mann aus dem Haus schräg gegenüber habe eine Frau geschlagen und dann ins Haus gezogen, berichtete er.

„Wir haben dann an die Tür geklopft. Und der Mann hat aufgemacht. Wir haben gefragt, ob alles in Ordnung ist.“ Ja, habe der Mann gesagt, der betrunken gewirkt habe. Die Frau habe man auf der Treppe sitzen sehen. „Sie hat noch gelebt.“

Polizei sei öfter im Haus gewesen

Er und sein Kollege hätten überlegt, ob sie die Polizei rufen sollten, es dann aber nicht gemacht. Denn Streitigkeiten des polnischen Paares seien keine Seltenheit gewesen. Auch die Polizei sei deshalb schon öfter in dem Haus gewesen, berichtet der Kioskbetreiber, der den Mann auch als Kunden kannte.

Diesmal endeten die Streitigkeiten zwischen den beiden Eheleuten allerdings tragisch: Die 35-jährige Frau wurde am Freitagmorgen (20.9.) tot in ihrer Wohnung in der Nordstadt aufgefunden. Wie die Obduktion ergab, starb sie durch „massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf und Strangulationen“, wie der ermittelnde Staatsanwalt Felix Giesenregen berichtete.

Rettungskräfte schalteten die Polizei ein

Der 59-jährige Ehemann, der unter dringendem Tatverdacht festgenommen wurde, lieferte eine andere Version für den Tod seiner Frau. Nach Angaben von Staatsanwalt Giesenregen hatte der Mann später in der Nacht selbst eine Bekannte des Ehepaares angerufen. Die habe dann die Frau in der Wohnung aufgefunden und den Rettungsdienst alarmiert. Die Rettungskräfte schalteten wiederum die Polizei ein.

Der Tatverdächtige habe angegeben, dass die Frau sich die Verletzungen bei einem Treppensturz zugezogen habe, sagte Giesenregen. Die Obduktion habe aber gezeigt, dass es sich „um alles andere als einen Treppensturz gehandelt hat“.

Getötete Frau in der Nordstadt: Kioskbetreiber erlebte Streit der Eheleute mit

In diesem Haus soll sich die tragische Tat ereignet haben. © Oliver Volmerich

Haftbefehl wegen Totschlags

Der Tatverdächtige habe laut Gineli offenbarauch ihn gegenüber der Polizei ins Spiel gebracht. Der 59-Jährige habe behauptet, dass der Kioskbesitzer ihm geholfen habe, die verletzte Frau die Treppen hochzutragen. Das erfuhr Deniz Gineli später von der Polizei, so sagt er. Am Freitagmorgen habe er Besuch von der Kriminalpolizei bekommen und von seinen Beobachtungen aus der Nacht berichtet.

Einen Tag später erließ ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Ehemann der Getöteten.

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