Gift im Kochtopf droht

16.01.2009, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Kleingartenanlage Hafenwiese wurden bedenkliche PCB-Werte in Grünkohl-Pflanzen ermittelt.

In der Kleingartenanlage Hafenwiese wurden bedenkliche PCB-Werte in Grünkohl-Pflanzen ermittelt.

Vorsicht Gift: An die Kleingärtner in den Anlagen Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg (alle Schützenstraße in unmittelbarer Nähe zum Hafen) richtet sich der dringende Appell, auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl und Blattgemüse wie Spinat, Mangold, aber auch von Endiviensalat und Zucchini zu verzichten. Eventuell noch anstehende Ernten sollten besser vernichtet werden.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat einen gravierenden Anstieg der PCB-Belastung festgestellt - im Bioindikator Grünkohl. An der Luftmessstation des Landes NRW am Burgweg in der Nordstadt wird Grünkohl angebaut, quasi als biologische Messstelle. Im Rahmen landesweiter Untersuchungen der Luftqualität ergaben sich auch am Burgweg Hinweise auf mehr PCB in dem Gemüse.

Das Landesamt forschte weiter. Da Grünkohl besonders Schadstoffe wie PCB anreichert, wurden die Untersuchungen auf diese Pflanzenart konzentriert. Die Mitarbeiter analysierten Mischproben von jeweils zwei, drei Kleingärten in den Anlagen Hafenwiese, Westerholz, Hobertsburg und Hansa. Letztere liegt an der Eberstraße. Hier fanden sich keine auffälligen Werte.

Ganz anders verhält es sich in den drei Anlagen an der Schützenstraße. Umweltdezernent Wilhelm Steitz spricht von einem "ländlichen Hintergrundwert", der in NRW bei 0,1 bis 0,3 Nanogramm liege. Einen "städtischen Hintergrundwert" gibt's nicht. Aus den drei Anlagen in Nachbarschaft vieler Industriebetriebe im Hafen wurden u. a. drei Proben von deutlich über 3 Nanogramm gefunden, schlug Steitz in den Unterlagen nach.

Gestern informierten Stadt und Landesamt die Vorsitzenden der betroffenen Vereine. "Sie haben gelassen reagiert", sagt Steitz. In einer zentralen Info-Veranstaltung sollen alle Mitglieder in Kürze aufgeklärt werden.

Jetzt wird nach den industriellen Verursachern gesucht. bö

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt