Giraffenbulle "Tamu" steht nie wieder auf

Dortmunder Zoo

20 Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Dienstag im Dortmunder Zoo mit Pflegern und Tierärztin Christine Ostmann stundenlang um das Leben von Tamu gekämpft. Sie schafften es schließlich, den Giraffenbullen aufzurichten, doch er war bereits zu schwach. Um 13.50 Uhr hörte Tamus Herz auf zu schlagen.

DORTMUND

von Von Susanne Riese

, 28.11.2012, 04:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der geschwächte Bulle wurde am Kopf gestützt, bevor die Rettungskräfte ihn hochhievten. Alle Rettungsversuche scheiterten, das Tier verstarb.

Der geschwächte Bulle wurde am Kopf gestützt, bevor die Rettungskräfte ihn hochhievten. Alle Rettungsversuche scheiterten, das Tier verstarb.

Die fünf Jahre alte Giraffe war am frühen Morgen von den Pflegern liegend gefunden worden. Als alle Versuche, das Tier durch gutes Zureden, Locken und Leckerchen aufzurichten nicht halfen, rief der Zoo die Feuerwehr um Hilfe. „Giraffen haben aufgrund ihrer Statur ein hoch komplexes Kreislaufsystem“, erklärte Zoo-Chef Dr. Frank Brandstädter. Das mache sie sehr anfällig für Kreislaufversagen.  Tamu war bereits durch das Liegen zu sehr geschwächt, um wieder auf die Beine zu kommen. Bislang weiß niemand, warum und wie lange er im Giraffenhaus gelegen hatte. „Er könnte einen Krampf gehabt haben“, vermutet Brandstädter. Eine Obduktion soll nun Klarheit bringen, warum sich Tamu nicht mehr aufrichten konnte.Die Feuerwehr versuchte mit allen Mitteln, dem stark gestressten Tier zu helfen. Sie setzten Bandschlingen, Umlenkrollen und einen Mehrzweckzug ein, um den tonnenschweren Körper des jungen Bullen hochzuhieven.  

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Erfolglose Rettungsaktion im Giraffenhaus

Giraffenbulle "Tamu" hat die spektakuläre Rettungsaktion mit Feuerwehr und Tierärzten im Dortmunder Zoo nicht überlebt. Der Bulle konnte aus noch nicht geklärter Ursache nicht mehr aufstehen und verstarb an Herz-Kreislaufversagen.
27.11.2012
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Feuerwehrleute versuchen den Kopf zu stützen.© Foto: Oliver Schaper
Das Tier war sehr schwach.© Foto: Oliver Schaper
Mit Hilfe einer Holzkonstruktion versuchten die Helfer dem Tier den schweren Kopf zu halten.© Foto: Oliver Schaper
Die Pfleger hatten das Tier um 7 Uhr auf dem Boden liegend im Giraffenhaus gefunden.© Foto: Oliver Schaper
Helfer kämpften um das Leben der Giraffe. © Foto: Oliver Schaper
Auch Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter ist traurig, das Tamu nicht überlebt hatte.© Foto: Nils Foltynowicz
Ein betroffener Feuerwehrmann stellt fest, dass der Giraffenbulle verstorben ist.© Foto: Oliver Schaper
Auch die anderen Angolagiraffen beobachteten die dramatischen Szenen.© Foto: Oliver Schaper
Tierpfleger und die Feuerwehr hatten alles versucht um Tamu zu retten.© Foto: Oliver Schaper
Etwa 20 Einsatzkräfte der Feuerwache 4 (Hörde) und der Spezialeinheit Bergung von der Feuerwache 1 (Mitte) kämpften gemeinsam mit Tierärzten und –pflegern um das Leben von Tamu.© Foto: Nils Foltynowicz

Sogar ein Sprungtuch wurde umfunktioniert und der immer schwächer werdenden Giraffe unter den Bauch geschoben. Eine eilig angefertigte Holzkonstruktion zur Hochlagerung des Kopfes hatte den Rettern etwas Zeit verschafft. Alle Helfer packten mit an, um den schweren Körper wieder in die Senkrechte zu bekommen, Rufe schallen aus dem Giraffenhaus.

Liegende Giraffen: Giraffen können sowohl im Stehen, als auch im Liegen schlafen oder dösen. Allerdings legen sie sich nie lange hin, allein um nicht von Feinden überrascht zu werden, denn das Aufstehen dauert etwas. Im Liegen schlagen Giraffen ihre Beine unter den Rumpf und lassen ein Hinterbein etwas abgespreizt.

„Die Gewichtsverteilung bei den Tieren ist ungünstig und der lange Hals sehr empfindlich“, beschreibt Feuerwehr-Sprecher Boris Thiemrodt die Schwierigkeiten. Trotzdem schafften es die Helfer, Tamu aufzurichten. „Er hätte sich nur noch hinstellen müssen“, so Thiemrodt. Doch für diesen Reflex war der junge Bulle wohl schon zu schwach. 

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