Eine lange Warteschlange hat sich am Donnerstagmorgen (7.10.) auf dem Westenhellweg vor dem Modegeschäft Snipes gebildet. © Deborah Grothe
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„Gott sei Dank, Alter!“ – Menschenmenge auf dem Westenhellweg sorgt für Aufsehen

Vor einem Geschäft in der Dortmunder City hat sich am Donnerstagmorgen (7.10.) eine lange Warteschlange gebildet. Rund 50 Menschen haben dort stundenlang campiert – für einen bestimmten Schuh.

Schon seit 6.30 Uhr standen und saßen die Ersten vor der Tür der Dortmunder Filiale des Geschäftes Snipes auf dem Westenhellweg. Ausgestattet mit dicken Jacken und Campinghockern warteten ungefähr 50 Mode-Begeisterten auf eins:

Ihre Chance auf einen Schuh – den „Nike Dunk Low Michigan State“. Dieser wurde am Donnerstag (7.10.) bei einem Release in limitierter Stückzahl im Laden angeboten.

Einkaufen mit Gewinn?

Wir haben uns bei den Wartenden umgehört. Nicht wenige können sich, wie an diesem Morgen zu vernehmen ist, vorstellen, den Schuh mit Gewinn weiterzuverkaufen. Da die Nachfrage größer zu sein scheint als das Angebot, versprechen sie sich einen Gewinn von 50, 100 oder sogar 200 Euro.

Es gibt jedoch auch einige, die den Schuh gerne selbst behalten möchten. Dazu gehören die Brüder Umut und Oguzhan Alemdar und ihr Kumpel Finn Schilling. Das Warten macht ihnen nichts aus, die Stimmung ist gut.

„Es ist entspannt, zu dritt hier zu sitzen“, sagt Oguzhan Alemdar. Dafür haben sich die drei extra Klappstühle gekauft. Zum Zeitpunkt des Gesprächs sind sie sich sicher, dass ihr Warten belohnt wird. „Es sind nicht so viele Leute vor uns“, sagt Umut Alemdar optimistisch mit einem Blick auf die wenigen Menschen vor ihnen.

Hoffnung auf ersehnte Sneaker ist groß

Weiter hinten in der Schlange sind die Hoffnungen auf die Schuhe ebenfalls groß. „Ich wollte schon immer Dunks“, erzählt Dana Drosten. Die junge Frau möchte sich diesen Traum heute erfüllen. Ihr Begleiter Dominik Bohlen hat jedoch Sorge, kein Paar mehr zu bekommen.

„Wir wollten eigentlich früher da sein, haben es aber nicht eher geschafft.“ Er hofft, dass die Filiale „so 30 bis 40 Paar“ vorrätig hat. Wie viele es tatsächlich sind, weiß niemand; der Laden gab die Information bewusst nicht heraus.

Nach wenigen Minuten ausverkauft – viele bleiben enttäuscht zurück

Um kurz vor 10 Uhr öffnen schließlich die Türen des Ladens. Ein Mitarbeiter fragt die Wartenden nach ihren Schuhgrößen und lässt sie in kleinen Gruppen eintreten.

Wer die begehrten Schuhe ergattern konnte, verlässt mit einer großen Tüte den Laden. Hinter den Masken lassen sich glückliche Gesichter erahnen. „Gott sei Dank, Alter!“, ruft einer. Ein anderer flucht beim Verlassen des Geschäfts. Er hatte offenbar weniger Glück.

Schon mach wenigen Minuten ist der Schuh ausverkauft und ein Mitarbeiter schickt die Wartenden weiter. Ungefähr die Hälfte geht an diesem Morgen leer aus.