Grau raus und Grün rein

Mengede Es grünt, so grün, nicht nur wenn Spaniens Blüten blühen, wie es im Musical "May fair Lady" besungen wird, sondern seit Jahren auch an der Ellinghauser Straße.

30.07.2009, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Öd und leer: Die Haldenböschung an der Ellinghauser Straße vor der Bepflanzung. Archiv Bohnmann</p>

<p>Öd und leer: Die Haldenböschung an der Ellinghauser Straße vor der Bepflanzung. Archiv Bohnmann</p>

Die prächtige Lindenallee zu beiden Seiten der Fahrbahn ist nicht zuletzt dem früheren Landtagsabgeordneten Gerd Wendzinski zu verdanken. Er hatte die Baumbepflanzung als Ausgleichsmaßnahme für die Grünflächen durchgesetzt, die durch die 1964 nach 16-jähriger Vorbereitung und 13-jähriger Bauzeit dem Verkehr übergebenen Emscherallee (L 609) vernichtet wurden. Doch auch die an die Ellinghauser Straße grenzende LEP 6-Fläche hat dazu beigetragen, dass sich die früher triste Verbindung von Mengede in die Innenstadt inzwischen in grüner Pracht präsentiert.

Kraftwerk geplant

Die an höchster Stelle etwa zwölf Meter über dem natürlichen Landschaftsniveau liegende 170 ha große Halde hatte ab 1950 über 30 Jahre als Abraumhalde für die beim Kohlenabbau angefallenen Waschberge der früheren Evinger Zeche Minister Stein gedient. Das Hochplateau, in dessen Nachbarschaft sich auch noch eine nationale Kohlenhalde befand, war einst eine unansehnliche "Symphonie in Grau". Und auch seine Böschungen waren öd und leer.

Um das Areal nach Ende der Schüttzeit für andere Zwecke anbieten zu können (u. a. waren sogar ein Kraftwerk und später ein Golfplatz geplant; inzwischen hat der schwedische Möbelriese dort sein Distributionslager), entschloss sich die heute nicht mehr existierende Ruhrkohle AG, das trostlose Hochplateau durch Begrünung aufzuwerten. Doch das war leichter geplant als getan.

Anfangs war die Umsetzung des Grünplans nahezu aussichtslos. Alles, was an den Haldenflanken angepflanzt wurde, überlebte nämlich nur wenige Tage. Erst als man auf die Idee kam, die aus nacktem Gestein bestehenden Böschungen mit Mutterboden zu überschütten, dem man Dünger und Grassamen beigemischt hatte, stellte sich der gewünschte Erfolg ein.

140 000 Bäume

Das Gras setzte sich sofort durch, so dass Regen und Wind den Mutterboden nicht abtragen konnten. Auf der Halde und ihren Böschungen wurden anschließend fast 140 000 Bäume (Roterlen, Bergahorn und Sommerlinden) gepflanzt.

Außerdem wurde zur Bewässerung der Haldenoberfläche ein Teich angelegt, der sich schnell zu einem Paradies für Flora und Fauna entwickelte. Dieser Bereich ist ein geschütztes Biotop, in dem viele selten gewordenen Tiere und Pflanzen beheimatet sind. Karlheinz Bohnmann

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