Großbaustelle gefährdet Händler-Existenzen

Kirchhörder Straße

Seit drei Wochen ist die Kirchhörder Straße nur einseitig befahrbar. Autofahrer werden über die Zillestraße, Hagener Straße und Olpketalstraße umgeleitet. Für die lokalen Einzelhändler ist die Situation existenzbedrohlich.

Lücklemberg

, 15.12.2017, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit drei Wochen ist die Kirchhörder Straße nur einseitig in Richtung Norden befahrbar. Ein gravierendes Problem für die lokalen Einzelhändler.

Seit drei Wochen ist die Kirchhörder Straße nur einseitig in Richtung Norden befahrbar. Ein gravierendes Problem für die lokalen Einzelhändler. © Alina Meyer

Weihnachtsgeschäft ist Jahresgeschäft. Diesen Satz können die meisten Einzelhändler unterschreiben. War das Jahr noch so mau, das letzte Quartal bringt den lang ersehnten Umsatz ein. Schwierig wird die Situation für die Händler, wenn dieser Umsatz wesentlich geringer ausfällt oder gar ausbleibt. Eine Situation wie sie die Händler an der Kirchhörder Straße gerade durchleben.

Begonnen hat das Schlamassel am Mittwoch, den 22. November. Seitdem ist die Kirchhörder Straße nur noch als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Norden ausgewiesen. Für die Gegenrichtung ist eine Umleitung über die Zillestraße, Hagener Straße und Olpketalstraße ausgeschildert. Eine Situation mit der Floristin Christina Franke zu kämpfen hat.

„Ganzen Advent versaut“

„Seit der Baustelle hab ich Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent und das jeden Tag“. Das ist für mich existenzbedrohlich“, sagt die Floristin. „Die Baustelle hat mir den ganzen Advent versaut.“ Ihr holländischer Lieferant hat die Lieferung nach Baustellenbeginn eingestellt. Er kann die Brücke an der Hagener Straße mit seinem Lkw nicht passieren. Ein anderer Lieferant aus Witten belieferte die Floristin dreimal die Woche. „Jetzt ruft er vorher an und fragt, ob wir dringend Ware benötigen“, sagt Franke. „Es ist ein Unding, dass die Stadt uns erst so spät über die Baustelle informiert hat. Hätten wir früher Bescheid gewusst, hätten wir anders geplant.“

Noch härter hat es den Modeladen Jay’s von Jochen Derwald getroffen. „Mittwoch, der 6. Dezember war Nikolaus. Ich hatte in den drei Tagen von Montag bis Mittwoch nicht einen Kunden im Laden“, sagt der Händler. „Wegen der Baustelle kommen viele einfach nicht mehr und das gerade jetzt wo die Zeiten in der Textilbranche sowieso schon schwer geworden sind. Meine Stammkunden helfen mir zu überleben. Ich bin froh, wenn ich noch meine Miete bezahlen kann.“

Rabatt-Aktionen als Notlösung

Der Händler musste sich etwas einfallen lassen. Er fährt nun raus, um Kunden mit Ware zu beliefern und bietet Rabattaktionen auf Facebook an. Für die Goldschmiedin Patricia Kiupel ist die Situation nicht allzu gravierend. „Ich merke auch, dass die Kundenfrequenz hier an der Straße gesunken ist, aber wir kommen noch ganz gut weg.“ Frisörmeisterin Petra Zimmer geht es mit ihrem Laden Haargenau ähnlich. „Die Kunden kommen noch, aber oft viel zu spät. Wegen der Baustelle müssen alle einen Umweg fahren. Das gibt dann immer ein Durcheinander, weil sich alle Termine nach hinten verschieben.“

Laut Stadt Dortmund soll die Baustelle am Freitag (22.12) beendet sein. „Dann ist auch das Weihnachtsgeschäft hin“, sagt Floristin Christina Franke. Den Händlern ist es ein Rätsel, warum die Stadt in der Weihnachtszeit neben der Hagener Straße noch eine weitere Großbaustelle aufmacht.

Grund für die Baustelle an der Kirchhörder Straße ist der geplante Rewe-Neubau. Die Straße wird an der Zufahrt verbreitert und neu asphaltiert. Für die Dauer der Baustelle gibt es auch Einschränkungen im Busverkehr. Die Buslinie 447 wird umgeleitet. Ersatzhaltstellen sind eingerichtet.
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