Große Neonazi-Demo am Samstag – Route steht jetzt fest

Rechtsextremistische Versammlung

Polizei nennt Details zur Neonazi-Demo am Samstag: Nun ist klar, auf welchen Straßen es zu Einschränkungen im Verkehr kommen wird und wie viele Menschen erwartet werden.

Dortmund

, 08.10.2021, 10:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Vergangenheit hat es bereits rechtsextremistische Aufzüge in Dortmund gegeben - hier ein Archivbild von 2018. Am Samstag (9. Oktober) gibt es wieder eine Demo von Neonazis – inklusive Gegenprotest und viel Polizei.

In der Vergangenheit hat es bereits rechtsextremistische Aufzüge in Dortmund gegeben - hier ein Archivbild von 2018. Am Samstag (9. Oktober) gibt es wieder eine Demo von Neonazis – inklusive Gegenprotest und viel Polizei. © Stephan Schütze (Archiv)

Aktualisierung 9.10., 9.30 Uhr: Die Antifa hat kurzfristig zu einer eigenen Gegendemonstration vor der Rheinischen Straße 135 aufgerufen. Am Freitagabend war bei der Polizei noch keine entsprechende Versammlung angemeldet.

In Dortmund steht am Samstag (9. Oktober) eine große rechtsextremistische Versammlung an. Die Dortmunder Polizei kündigt an, dass eine große Anzahl von Einsatzkräften die Demonstration begleiten wird.

In einer Pressemitteilung der Polizei am Freitag heißt es: „Das Ziel der Maßnahmen wird es sein, friedliche Demonstrationen zu schützen, aber auch mit aller gebotenen Konsequenz gegen Straftäter einzuschreiten.“ Polizeisprecher Gunnar Wortmann gab an, dass man für „alle Eventualitäten gerüstet“ sei.

Einschränkungen im Straßenverkehr und ÖPNV

Für die Versammlung seien 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einer rechtsextremistischen Person angemeldet worden. Außerdem steht nun fest, über welche Straßen sich der Aufzug bewegen wird.

Die Polizei kündigt an, dass es ab dem frühen Nachmittag bis in die Abendstunden in der westlichen Innenstadt sowie auf der Rheinischen Straße und dem Dorstfelder Hellweg in Richtung Dorstfeld zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen wird. Auch der ÖPNV soll betroffen sein. DSW21 kündigt an, dass „ab mittags zu spürbaren Einschränkungen“ in den Bereichen Innenstadt, Dorstfeld und Marten kommen wird, besonders auf den Linien U43 und U44.

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Die Neonazis treffen sich um 14 Uhr an den Katharinentreppen am Hauptbahnhof. Die Versammlung soll bis etwa 22 Uhr dauern und an der Ecke Emscherstraße/Thusneldastraße in Dorstfeld enden.

Bei der Versammlung handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Gedenkveranstaltung zum Tod des Dortmunder Rechtsextremen Siegfried Borchardt. Zumindest wird ein „stiller Gedenkmarsch“ in den sozialen Medien und in Chatgruppen von Rechtsextremisten beworden. Es ist zu erwarten, dass Neonazis und Rechtsextremisten aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen werden.

Mehrere Gegendemos angekündigt

Zudem sind bereits zwei Gegendemonstrationen bei der Polizei angemeldet worden, wie Polizeisprecher Gunnar Wortmann unserer Redaktion auf Nachfrage mitteilt.

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Auf dem Platz von Buffalo an der U-Bahn-Haltestelle Westentor (Kampstraße) versammelt sich der Dortmunder Aktionskreis gegen Rechtsextremismus von 14 bis 17 Uhr mit 100 Teilnehmenden zum Gegenprotest. Dabei ginge es um das Gedenken an die Opfer rechtsextremer Gewalt, nicht an die Täter. Bei der Neonazi-Demo handele es sich um eine „öffentliche Macht-Demonstration“, nicht um ein stilles Gedenken.

Die Partei „Die Grüne“ hat auch eine Gegendemonstration angemeldet. Von 13 bis 16 Uhr wollen sich 20 bis 30 Teilnehmende an der Rheinischen Straße Ecke Hoher Wall am Unique Hotel treffen. Dort soll es Musik und Redebeiträge geben.

Antifa warnt vor einer „großen Anzahl militanter Nazis“

Das antifaschistische Dortmunder Bündnis „Autonome Antifa

170“ weist auf die Kundgebung in einer Pressemitteilung am Freitag hin. Die Antfaschistinnen und Antifaschisten warnen vor dem Aufmarsch der Neonazis – „vor einer großen Anzahl militanter Nazis und Hooligans“. Die Antifaschistischen rufen dazu auf, gegen die Versammlung zu protestieren und diesen zu stören.

Denn: „Die Polizei unterschätzt regelmäßig das Potential und die Gefahr durch Neonazis“. Man möchte verhindern, dass die Neonazis einen ruhigen Trauermarsch abhalten und einen Heldenmythos um Borchardt zelebriert.

Die Polizei wird für Samstag ein Bürgertelefon einrichten, das ab 10 Uhr unter Tel. 0231 1 32 55 55 erreichbar sein wird. „Ein besonderer Schwerpunkt polizeilicher Arbeit“ werde außerdem der Schutz von Journalistinnen und Journalisten sein.

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