Großformatiges Buch geht auf die Derner Zechengeschichte ein - hier mit vielen alten Fotos

rnZeche Gneisenau

Im Aschendorff-Verlag aus Münster ist ein Bildband erschienen, der auf die Geschichte der Zeche Gneisenau in Derne eingeht. Wir zeigen Ihnen dazu auch viele historische Fotos.

Derne

, 20.12.2019, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Großer Bahnhof in der Zeche Zukunft, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche Gneisenau an der Derner Straße: Dort stellten der Aschendorff-Verlag und die Industriedenkmalstiftung jetzt unter Anteilnahme vieler ehemaliger Bergleute ein großformatiges Buch vor, das auf 464 Seiten, die reichhaltig bebildert sind, auf die Geschichte des Verbundbergwerks Gneisenau eingeht.

Gabriele Unverfehrt, die dieses Mammutwerk erstellt hat, hat dafür viele Jahre lang vor allem im Westfälischen Wirtschaftsarchiv, für das sie arbeitet, recherchiert.

Bereits 2006 sei dieses Projekt ein Thema gewesen, sagte Dirk Paßmann, Leiter des Aschendorff-Verlags, bei der Buchpräsentation.

Viele, die auf diese oder jene Weise mit der Zechenvergangenheit Dortmunds zu tun haben, kamen zur Buchpräsentation in der Zeche Zukunft.

Viele, die auf diese oder jene Weise mit der Zechenvergangenheit Dortmunds zu tun haben, kamen zur Buchpräsentation in der Zeche Zukunft. © Andreas Schröter

Mit der Stilllegung der Zeche und der Großkokerei Gneisenau in den Jahren 1985 und 1989 ging die wechselvolle Geschichte des Steinkohlenbergbaus in den nordöstlichen Dortmunder Stadtteilen zu Ende. 1886 hatte das Bergwerk nach verheerenden Wassereinbrüchen in der Abteufphase die Förderung aufgenommen; 1891 gelangte es zusammen mit den benachbarten Schachtanlagen Scharnhorst und Preußen in den Besitz der 1856 in Dortmund gegründeten Harpener Bergbau-AG. 1899 kam die seit 1861 in Betrieb befindliche Zeche Courl in Husen hinzu, die allerdings bereits 1931 stillgelegt werden musste, während Gneisenau und Scharnhorst zur Großschachtanlage Gneisenau vereinigt wurden.

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Da sich die Absatzkrise jedoch in den frühen 1980er Jahren weiter verschärfte, stellte Gneisenau am 4. August 1985 den Betrieb ein, 99 Jahre und sechs Wochen nach Aufnahme der Förderung.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Buchvorstellung „Kohle, Koks und Kolonie“

Diese historischen Bilder künden von der Derner Zechenverganhenheit,
20.12.2019
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Die Zeche Gneisenau mit drei Tomson-Böcken, 1930 © Industriedenkmalstiftung
Die Großschachtanlage Gneisenau um 1935 © Industriedenkmalstiftung
Ländliche Idylle im Umfeld der Schachtanlage Scharnhorst, 1930 © Industriedenkmalstiftung
Die erste Kolonie der Zeche Scharnhorst an der Wambeler Heide, um 1910© Industriedenkmalstiftung
Die Zeche Kurl um 1925 © Industriedenkmalstiftung
Die Belegschaft eines Steigerreviers der Zeche Courl, 1896 © Industriedenkmalstiftung
Der 1963 in Betrieb genommene Förderturm des Zentralschachts Gneisenau 3, eingerahmt von den Fördergerüsten der Schächte 2 und 4.© Industriedenkmalstiftung

Auf der rund 70 Hektar großen Industriebrache ist inzwischen ein Quartier für Freizeit und Wohnen, Handwerk, Handel und Gewerbe entstanden, dem die beiden erhalten gebliebenen Fördergerüste mit ihren Maschinenhallen einen besonderen Charakter verleihen. Sie wurden 1989 unter Denkmalschutz gestellt, befinden sich seit 1997 in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und konnten so vor dem drohenden Abbruch gerettet werden.

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Das Buch „Kohle, Koks und Kolonie“ erzählt von der Zusammensetzung der Belegschaften, vom Charakter und den Gefahren der Arbeit vor Ort, vom Kampf der Bergleute um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und ihrer sozialen Lage, vom Überleben in Kriegs- und Krisenzeiten, von den Wohnverhältnissen in den Bergarbeitersiedlungen und von den zahlreichen anderen Einrichtungen der betrieblichen Sozialpolitik.

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Bibliographische Angaben zum Buch: Kohle, Koks und Kolonie - Das Verbundbergwerk Gneisenau in Dortmund Derne, bearbeitet von Gabriele Unverferth, 464 Seiten, über 700 zum Teil farbige Abbildungen, erschienen im Aschendorff Verlag, Münster 2020, ISBN 978-3-402-24641-2, Preis: 49,90 Euro

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