Großteil der Dortmunder Briten hat sich noch nicht bei Stadt gemeldet

Folgen des Brexit

Dortmunder mit britischer Staatsangehörigkeit müssen ihren Aufenthalt bei der Stadt melden. Die Reaktionen auf die Aufforderung sind bisher aber überschaubar. Dabei ist die Rückmeldung einfach.

Dortmund

, 20.04.2021, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch fehlen der Stadt viele Rückmeldungen von Briten, die in Dortmund leben (Symbolbild).

Noch fehlen der Stadt viele Rückmeldungen von Briten, die in Dortmund leben (Symbolbild). © dpa

Nach jahrelangem Hin und Her ist der Brexit mittlerweile vollzogen: Ende 2020 haben Großbritannien und Nordirland die Europäische Union verlassen. Das hat auch Auswirkungen auf die in Dortmund lebenden Briten und ihre Familienangehörigen. Sie müssen sich nun bei der Stadt melden.

Am 31. Dezember 2020 ging nämlich eine Übergangsphase zu Ende. Mit Beginn des neuen Jahres brauchen britische Staatsangehörige nun zukünftig zum Nachweis ihres Aufenthaltsrechts in Deutschland das sogenannte Aufenthaltsdokument-GB. Die Kampagne dafür lief in Dortmund schleppend an.

Knapp ein Viertel hat sich erst gemeldet

Bis jetzt haben sich erst rund 220 der 850 Dortmunder, die über eine britische Staatsangehörigkeit verfügen, bei der Stadt gemeldet. Deshalb möchte die Ausländerbehörde - wie es in einer Pressemitteilung heißt - noch einmal alle britischen Staatsangehörigen erinnern, ihren Aufenthalt bis zum 30. Juni 2021 bei der Ausländerbehörde Dortmund anzuzeigen.

Tun sie das bis zum Ende der Frist nicht, müssen sie allerdings keine Konsequenzen fürchten. Zumindest nicht direkt durch die Ausländerbehörde, wie Pressesprecher Maximilian Löchter schriftlich mitteilt: „Eine Sanktionierung aufgrund von versäumten oder verspäteten Aufenthaltsanzeigen ist nicht vorgesehen.“

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Ausländerbehörde will nicht sanktionieren

Nach dem Austrittsabkommen sei der Aufenthalt in Dortmund für Britische Staatsangehörige - unabhängig davon, ob die Rückmeldung rechtzeitig erfolgt - auch weiterhin erlaubt, solange sich die betroffene Person bislang rechtmäßig in Deutschland aufgehalten hat. Das Problem sei vielmehr das Reisen.

„Etwaige Schwierigkeiten können sich bei einer Wiedereinreise im Rahmen einer möglichen grenzpolizeilichen Kontrolle ergeben, sofern das bestehende Aufenthaltsrecht nach dem Austrittsabkommen nicht vor Ort nachgewiesen werden kann“, so Löchter.

Kann eine betroffene Person keinen Nachweis über ein bestehendes Aufenthaltsrecht vorweisen, sei sie dafür, insbesondere bei Reisen, dann allerdings selbst verantwortlich.

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Alte Dokumente noch bis Ende des Jahres gültig

Die bisherigen Bescheinigungen des Daueraufenthaltsrechts sowie die Aufenthaltskarten und Daueraufenthaltskarten von Familienangehörigen mit Drittstaatsangehörigkeit müssen gegen das neue Dokument getauscht werden, behalten jedoch noch bis zum 31.12.2021 ihre Gültigkeit.

Die Abgabe einer Aufenthaltsanzeige ist in Dortmund durch das Ausfüllen eines zweiseitigen Online-Formulars auf einer dafür eingerichteten Website möglich, kann alternativ aber auch über den Postweg erfolgen.

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