Grüne Lunge statt Coca Cola: Stadt stellt Pläne für Zukunftsgarten vor

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Die Sieger des Architekturwettbewerbs für den Zukunftsgarten Dortmund stehen fest. Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist sich sicher: „Dafür kommen die Besucher bis aus Singapur zu uns.“

Dortmund

, 06.07.2020, 11:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der planerische Wettbewerb „Emscher Nordwärts“ ist beendet. Aus den Vorschlägen von 16 nationalen und internationalen Büros wählte eine Jury bestehend aus Gartenbaugesellschaft, Politikern und Experten am Donnerstag (2. Juli) drei Gewinner aus.

Deren Ideen sollen in weitere Planungen für einen so genannten Zukunftsgarten münden, für den bis 2025 alle baulichen Maßnahmen abgeschlossen sein sollen. Zwei Jahre lang findet im Ruhrgebiet eine internationale Gartenausstellung (IGA) statt.

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Der Zukunftsgarten soll dabei rund um die Kokerei Hansa entstehen, den Grünanger und das Bahnbetriebswerk Mooskamp einschließen und durch das Brückenbauwerk „Haldensprung“ eine Verbindung zum Deusenberg schaffen. Kein Wunder, dass bei der Größe des Projekts die Auswahl der Gewinner nicht leicht fiel.

„Zwölf Stunden hat die Sitzung gedauert“, gibt Oberbürgermeister Ullrich Sierau an. Gut investierte Zeit sei das gewesen, denn es gab ein einstimmiges Urteil. Der erste Preis geht an ein Berliner Architekturbüro. Besonders begeistert hat die Jury die Idee eines großen Wolkenspielplatzes.

Mit einem Wolkenspielplatz gegen die Überhitzung

Der soll auf dem ebenfalls neu angelegten Hansapark platziert werden und durch Nebelbildung zum „Wassererlebnis“ werden, wie es Oberbürgermeister Sierau nennt. Gerade in der Stadt werde Überhitzung schließlich immer mehr zum Problem.

Überhaupt wird die Zukunftsperspektive bei der aktuellen Vision des Zukunftsgartens großgeschrieben. Nur ein Parkhaus ist geplant, da Besucher das Auto lieber stehen lassen und idealerweise mit dem Rad zum Gelände fahren sollen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau zeigt sich bei der Vorstellung begeistert von den Gewinnerbeiträgen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau zeigt sich bei der Vorstellung begeistert von den Gewinnerbeiträgen. © Oliver Schaper

Auf einer von Norden nach Süden verlaufenden Bahnlinie kämen historische Bahnen zum Einsatz, idealerweise mit Wasserstoffantrieb - auch wenn das eine „große Herausforderung“ sei, wie Oberbürgermeister Sierau einräumt.

„Die Metropole Ruhr hat sich viel vorgenommen mit der internationalen Gartenausstellung 2027“, meint Professor Gerd Aufmolk. Der Landschaftsarchitekt und Vorsitzende des Preisgerichts ist begeistert vom Charakter der Industriegeschichte, den das Gelände ausstrahlt: „Hansa ist ein ganz großartiger Ort - hoffentlich auf dem Weg zum Welterbe!“

Zunächst einmal sind aber weitreichende Investitionen geplant: 50 Millionen Euro sind für alle Baumaßnahmen auf dem 35 Hektar großen Geländes des Zukunfsgartens eingeplant.

Der "Haldensprung" ist eine Brücke, die eine Verbindung zum Deusenberg schafft.

Der "Haldensprung" ist eine Brücke, die eine Verbindung zum Deusenberg schafft. © Stadt Dortmund

Dazu kommen noch einmal 10 Millionen Euro, um in Form des Projekts „Unsere Gärten“ Park- und Gartenanlagen in der Nähe des Geländes ein wenig aufzuhübschen.

Dortmund auf dem Weg zur Gartenstadt

In dem Vorhaben aus einer ehemaligen Industrieregion eine Gartenregion zu machen, sieht Sierau enormes Potential: „Dafür kommen die Besucher bis aus Singapur zu uns.“ Noch steht aber nur die Planung für die Baumaßnahmen in den Startlöchern. Die Gartenanlagen werden erst selbst noch mal Gegenstand eines Wettbewerbs sein.

Auch für die Gestaltung der Zukunftsgärten in Gelsenkirchen und Bergkamen-Lünen laufen die internationale Ausschreibungen noch, das entsprechende Projekt in Duisburg ist noch nicht einmal ausgeschrieben.

Gewinnerpläne sind online einsehbar

Alle Wettbewerbsbeiträge für den Zukunftsgarten in Dortmund können vom 14. bis 24. Juli im Salzlager der Kokerei Hansa in der Emscherallee 11 eingesehen werden. Die prämierten Entwürfe sind auch unter www.iga.dortmund.de und im Zeitraum der Ausstellung am Zaun der Baustelle des Basecamps an der Kampstraße in der Innenstadt zu sehen.

Bei all der Planung kaum vorstellbar: Offenbar gab es einmal Diskussionen, die Kokerei Hansa völlig wegzuräumen. Möglicher Interessent für das Gelände: Coca-Cola.

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