Grünen-Chef Krüger soll Aufsichtsratsposten abgeben

Nach DEW-Kritik

Die Kritik von Grünen-Fraktionschef Mario Krüger an der DEW und ihren Beziehungen zum Energiekonzern RWE wird für ihn zum Bumerang. Die SPD-Ratsvertreterin Dr. Marita Hetmeier fordert Krüger zum Rücktritt von seinen Aufsichtsratsämtern bei DEW und DSW auf.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 21.04.2011, 08:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Grünen-Chef Krüger soll Aufsichtsratsposten abgeben

Mario Krüger im Gegenwind: Manche von fordern sogar den Rücktritt aus dem DEW-Aufsichtsrat.

„Ich habe kein Problem damit, wenn Herr Krüger seinen Strom aus Gewissengründen lieber bei einem Öko-Anbieter und nicht bei DEW21 bezieht. Aber es kann nicht hingenommen werden, dass Krüger bei DEW21 und DSW21 fette Aufsichtsratsbezüge kassiert, um dann auf Kosten seiner Sponsoren für die Konkurrenz Reklame zu machen,“ erklärt Hetmeier. Als Aufsichtsrat habe Krüger die Aufgabe, zum Wohle des Unternehmens zu wirken. Boykottaufrufe und Werbung für die Konkurrenz seien damit nicht vereinbar.

Kritik an Krüger kommt auch von CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel. Wenn man die Aufgabe eines Aufsichtsrats nicht mit der Fraktionsdisziplin vereinbaren könne, müsse man die Konsequenzen ziehen, erklärte er. Auch inhaltlich hält die SPD-Ratsfrau Dr. Marita Hetmeier die Krüger-Kritik an DEW 21 und den Beziehungen zu RWE für unsinnig. Man könne die Beteiligung der DEW-Mutter DSW an RWE auch dazu nutzen, den Ausstieg aus der Atomenergie zu beschleunigen, stellte sie fest. Und nicht zuletzt biete DEW21 auch jetzt schon interessante Ökostrom-Angebote. Krüger wies die Rücktrittsforderung am Mittwoch prompt zurück. Die Kritik Hetmeiers entbehre jeder sachlichen Grundlage. Er sei der Auffassung, als Aufsichtsrat die Unternehmenspolitik nicht willfährig mittragen zu müssen. 

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