Grünen-Politiker verlässt die Dortmunder Nordstadt und kehrt in seine Heimat zurück

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Als Fraktionssprecher der Grünen hat Rico Koske in der Nordstadt „Politik gelernt“. Jetzt zieht er weg. In Erinnerung hat er viel Gutes - es gab aber auch frustrierende Erfahrungen.

Nordstadt

, 14.02.2020, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn er an die Nordstadt denkt, fällt Rico Koske vor allem eines ein: „Es ist ein guter Ort, um Politik zu machen.“ Seit 2014 hat Koske sich als Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord politisch engagiert. Jetzt zieht er zurück in seine Heimatstadt Dinslaken. Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder hat ihn in der vergangenen Sitzung offiziell verabschiedet.

„Die Nachricht, dass Herr Koske aus beruflichen Gründen aus Dortmund weggeht, ist bedauerlich und für die Nordstadt ein Verlust“, erklärte Jörder Anfang Februar in der Sitzung im Dietrich-Keuning-Haus. „Wir haben die Zusammenarbeit mit Ihnen, Ihre sachlichkompetente Art und das große Engagement, sehr geschätzt.“

Der 28-jährige Koske, der in Dortmund an der TU Chemie-Ingenieurwesen studiert hat, hat bereits eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Brennstoffzellentechnik in Duisburg angetreten. „Da lag es nahe, wieder nach Dinslaken zurückzukehren“, erzählt er.

„Ich habe die Arbeit hier sehr gerne gemacht“

Schon mit 16 war Rico Koske in seiner Heimatstadt Dinslaken bei den Grünen eingetreten, hatte die „Grüne Jugend“ im Ort mitgegründet. Als er zum Studium nach Dortmund kam, stand er 2014 bei der Kommunalwahl auf der Liste. „Ich habe die Arbeit in der Bezirksvertretung gerne gemacht, die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen war immer sehr gut“, erzählt er.

Zu den Dingen, die Koske mit den Grünen in den vergangenen sechs Jahren in der Nordstadt bewirkt hat, gehören, wie er erklärt, 30 Kilometer Radweg in der Nordstadt sowie „eine halbe Million Euro, die wir in Bildung investiert haben“. Auch sei man stets bemüht gewesen, die Spielplätze in dem kinderreichen Stadtbezirk „auf Vordermann zu bringen“.

„Lieblingsbeschluss“ Fahrradweg

Doch es gab auch Sachen, die Koske genervt haben. „Kleinere Maßnahmen sind immer schnell umgesetzt worden, aber es gibt viele Beschlüsse, die schon seit Jahren gefasst und immer noch nicht umgesetzt worden sind.“ Einer dieser Beschlüsse sei ein Fahrradstreifen entlang der Grünen Straße, der immer noch nicht gezogen sei. „Das ist mein Lieblingsbeschluss. Ich glaube, in jeder zweiten Sitzung habe ich daran erinnert“, formuliert es der 28-Jährige ein wenig ironisch.

Auch in Dinslaken wird Rico Koske für den Stadtrat kandidieren. „Ich hatte immer Kontakt zu meiner Partei vor Ort. Ich hoffe, dass ich auch hier meine Erfahrungen einbringen darf.“

Der Bezirksbürgermeister sagt: „Wir werden ihn vermissen.“ Für Rico Koske wird jetzt Katja Bender vom Dortmunder Kreisverband der Grünen nachrücken.

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