Ein Plakat im Design der Grünen ist im Schatten des U-Turms zu sehen. Doch das Plakat ist Teil einer Schmähkampagne gegen die Grünen. © Robin Albers
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#GrünerMist: Hetz-Plakat gegen die Grünen in Dortmund aufgetaucht

An einem prominenten Ort in Dortmund steht neuerdings ein Plakat, das Wahlkampf gegen die Grünen macht - und dabei deren Design imitiert. Es ist bei weitem nicht das einzige dieser Art.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Kampagne auch ihren Weg nach Dortmund findet. An der Brinkhoffstraße, im Schatten des U-Turms, hängt ein Plakat, auf dem groß die Worte „Masseneinwanderung. Arbeitslosigkeit. Klimasozialismus.“ zu lesen sind.

Das Ungewöhnliche: Das Plakat, dessen Inhalt so gar nicht zum Wahlkampf der Partei Die Grünen passt, ist mit seinem knalligen Grün und den gelben Elementen eine exakte Design-Kopie der offiziellen Wahlplakate. Doch abgesehen vom Inhalt macht auch der Hashtag #GrünerMist2021 in der unteren Bildecke darauf aufmerksam, dass hier Wahlkampf gegen die Grünen – statt für sie – gemacht wird.

Bekannter AfD-Unterstützer ist Kopf der Kampagne

Plakate wie jenes am U-Turm sind aktuell bundesweit ein Thema. Denn dahinter steckt eine „Conservare Communication GmbH“, hinter der – so hat es unter anderem eine Recherche von t-online ergeben – ein bekannter AfD-Unterstützer namens David Bendels steht. Bendels hat die AfD bereits in mehreren Wahlkämpfen unterstützt, wie die Rheinische Post berichtet.

In den vergangenen Wochen sind die Schmähplakate in zahlreichen deutschen Städten aufgetaucht. Rund 3500 sollen es dem Recherche-Kollektiv Correctiv zufolge sein, besonders viele von ihnen hängen demnach in NRW. Andere Plakate tragen die Worte „Totalitär. Sozialistisch. Heimatfeindlich“ oder „Klimasozialismus. Ökodiktatur. Enteignungsterror.“

Grüne: Kampagne zeigt, wie groß die Angst der Rechten ist

Die Sprecherin der Grünen in Dortmund, Heide Kröger-Brenner, sagt: „Die Kampagne ist ein weiteres Beispiel dafür, wie groß die Angst der Rechten vor Bündnis 90/Die Grünen ist.“ Davon lasse man sich nicht irritieren, stattdessen wolle man weiter intensiv für Klimaschutz und Soziale Gerechtigkeit kämpfen. Und: „Jede Stimme für uns ist eine Stimme gegen rechte Hetze.“

Man wolle diese Fake-News zum Anlass nehmen, um in der Partei für mehr Aktionen und Wahlstände zu werben, „um dieser verleumderischen Kampagne noch mehr Grün auf der Straße entgegenzusetzen“.

Kröger-Brenner berichtet auch, dass der Grüne-Bundesverband hat prüfen lassen, ob man rechtlich gegen die Plakatkampagne vorgehen können, doch das habe wenig Aussicht auf Erfolg. Daher habe man sich dagegen entschieden.

Dieser Artikel wurde am 17. August gegen 14 Uhr um die Stellungnahme der Grünen-Sprecherin ergänzt.

Über die Autorin
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In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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