Grundschüler aus Dortmund appellieren an Autofahrer: „Passt besser auf uns auf!“

rnRaser

Weil eine Dortmunder Grundschule an einer viel befahrenen Straße liegt, haben jetzt die Kinder selbst auf die Gefahr aufmerksam gemacht und gemeinsam mit der Polizei Autos gestoppt.

Saarlandstraßenviertel

, 13.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit roten und grünen Karten in der Hand haben sie am frühen Freitagmorgen (13. 12.) an der Landgrafenstraße gestanden, um Autos anzuhalten: 23 Jungen und Mädchen wollten den Autofahrern zeigen, wie gefährlich ihr Schulweg ist – und dass die Autofahrer besser auf sie achten sollten.

Cecile Schwarzkopf ist Klassenlehrerin der Klasse 3b der Winfried-Grundschule. Die Schule liegt nah an der stark befahrenen Ruhrallee. Hier wird oft sehr schnell gefahren – Lehrer, Eltern und Kinder hatten erst kürzlich auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht.

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„Es ist wirklich schlimm. Die Ampelphase ist zum Beispiel an einer Stelle so kurz, dass die Grundschüler dann auf einer Verkehrsinsel mitten auf der Ruhrallee stehen. Das ist eine Bundesstraße, das geht doch gar nicht“, sagt Cecile Schwarzkopf.

Grundschüler aus Dortmund appellieren an Autofahrer: „Passt besser auf uns auf!“

Mit einem mobilen Messgerät wurde das Tempo der Autofahrer gemessen. © Grundschule

Zudem wüssten viele Autofahrer nicht, dass sich hier eine Grundschule befindet. Deshalb hatten die Kinder eine besondere Aktion geplant, die sie gemeinsam mit der Polizei am Freitagmorgen durchführten: „Die Polizei hatte eine mobile Tempo-Mess-Anlage mitgebracht. Dort stand die eine Hälfte der Klasse“, beschreibt die 44-jährige Klassenlehrerin die Aktion.

Einige Meter weiter wartete die andere Hälfte der Klasse mit einer Polizistin. Diese hielt die Autofahrer an, deren Geschwindigkeit gemessen worden war.

„Bitte passen Sie besser auf uns auf!“

Angehalten wurden auch diejenigen, die langsam und vorsichtig fuhren. Die bekamen dann eine grüne Karte von den Kindern überreicht. „Danke, dass Sie so gut auf uns achten“, stand dann zum Beispiel darauf.

Auch einige rote Karten gingen an die Autofahrer: „Bitte passen Sie demnächst besser auf uns auf“, stand dann auf der Karte. Cecile Schwarzkopf ist bei der Aktion klar geworden, dass tatsächlich kaum jemand etwas von der nahen Schule weiß. „Wir wussten gar nicht, dass hier eine Schule ist“ – diese Antwort gab es oft. „Die Autofahrer waren sehr nett zu den Kindern, viele haben sich entschuldigt“, erzählt Schwarzkopf.

Grundschüler aus Dortmund appellieren an Autofahrer: „Passt besser auf uns auf!“

Auch rote Karten wurden an zu schnelle Fahrer verteilt. © Polizei Dortmund

Das bestätigt auch Gunnar Wortmann von der Pressestelle der Polizei. „Das Verständnis war sehr groß - wenn die Kinder selbst mit den Autofahrern sprechen, wird vielen die Situation erst so richtig klar“, sagt er.

Aus Sicherheitsgründen hatte die Aktion nicht unmittelbar an der Ruhrallee stattfinden können. „Direkt an der Ruhrallee hätte man die Autos nicht gut anhalten können. Das wäre zu gefährlich für die Kinder gewesen“, sagt Wortmann.

Auch Schulleiterin Kerstin Borghoff würde sich wünschen, dass schnell Lösungen gefunden werden, um die Sicherheit der Kinder zu verbessern. Das Lehrerteam bedankt sich bei den engagierten Eltern. „Heute Morgen haben zwei Mütter unsere Aktion begleitet“, erzählt Cecile Schwarzkopf.

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