Gruppe greift Polizisten an, Brände und Verletzte durch Feuerwerkskörper

Silvester-Bilanz

In der Silvesternacht haben Polizei und Feuerwehr viel zu tun gehabt: Neben einem größeren Dachstuhlbrand kam es unter anderem zu Angriffen auf Polizisten. Eine Frau wurde sexuell belästigt.

Dortmund

, 01.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Gruppe greift Polizisten an, Brände und Verletzte durch Feuerwerkskörper

Im Bereich der Möllerstraße gab es einen größeren Polizeieinsatz, nachdem Polizisten aus einer Gruppe heraus mit Pyrotechnik angegriffen worden waren. © Alex Talash

Am Neujahrsmorgen zog die Polizei eine erste Bilanz der Einsätze in der Silvesternacht.

Demnach soll ein 24-Jähriger einer Frau unter den Rock gegriffen und sie im Intimbereich berührt haben. Der alkoholisierte Algerier, der sich nur im Kreis Soest hätte aufhalten dürfen, war zuvor bereits aufgefallen, weil er Frauen anbettelte. Die Polizisten nahm ihn Fest und brachte ihn in Gewahrsam.

Polizei: „Verbotszonen weitgehend beachtet“

Die Verbotszonen für Pyrotechnik in der City und am Hauptbahnhof sind weitgehend beachtet worden, nur in einzelnen Fällen kam es dort zu Konflikten. 500 Personen feierten im Bereich des Willy-Brandt-Platzes/Brüderweg, etwa 600 zwischen Hauptbahnhof und Katharinenstraße. Überwiegend hätten die Feierenden dort den Weisungen von Polizei und Ordnungsamt Folge geleistet.

Gruppe greift Polizisten an, Brände und Verletzte durch Feuerwerkskörper

Im Bereich der Möllerstraße gab es einen größeren Polizeieinsatz. © Alex Talash

Anders ein 18-Jähriger, der Pyrotechnik zündete und nach einem Platzverweis Polizisten beleidigte. Er wurde in Gewahrsam genommen, ebenso wie ein 26-Jähriger, der sich ähnlich verhielt. Am Alten Markt erhielt ein 24-Jähriger eine Strafanzeige, weil er Pyrtechnik gezündet hatte und Betäubungsmittel bei sich trug.

Streifenwagen beschädigt

Anders die Situation an der Möllerstraße: Aus einer Personengruppe heraus wurde die Polizei mit Pyrotechnik und Flaschen angegriffen. Ein Streifenwagen wurde laut Polizei beschädigt, aber niemand verletzt. Als die Polizisten einen 25-jährigen Tatverdächtigen vorläufig festnahmen, hätten weitere Personen versucht, ihn zu befreien. Im weiteren Verlauf habe ein 26-Jähriger die Polizisten mit Pyrotechnik beschossen. Verletzt worden sei niemand, der Mann in Gewahrsam gekommen.

Gruppe greift Polizisten an, Brände und Verletzte durch Feuerwerkskörper

Die Heckscheibe eines Polizeiautos ging in die Brüche. © Alex Talash

Zu einer Schlägerei kam es in diesem Bereich, als eine siebenköpfige Gruppe ein Ehepaar mit Feuerwerkskörpern angriff. Als Zeugen die Gruppe zur Rede stellten, ging diese mit Fäusten auf sie los. Drei Personen wurden dabei leicht verletzt, sechs Tatverdächtige flüchteten, ein 25-Jähriger wurde festgenommen.

Weitere Ereignisse:

  • Ein 24-Jähriger drohte am Sonnenplatz mit einem Messer, er bekam eine Strafanzeige.
  • Ein 35-Jähriger befolgte einen Platzverweis nicht. Er beleidigte die Polizisten und kam in Polizeigewahrsam.
  • Ein 18-Jähriger wurde in Gewahrsam genommen, weil er sein Auto technisch verändert hatte und sich bei der Sicherstellung des Wagens gegen die Polizisten wehrte.
  • Ein 18-Jähriger randalierte an der Thier-Galerie. Er wurde in Gewahrsam genommen.
  • Eine 20-jährige Frau musste sich für eine Sachbeschädigung an der kleinen Beurhausstraße verantworten. Als sie die Polizisten tätlich angriff, wurde sie in Gewahrsam genommen.
  • Ein 23-Jähriger hatte eine mit Platzpatronen geladene Pistole dabei, er erhielt eine Strafanzeige.
  • Weil er Polizisten beleidigte, musste ein 19-Jähriger ebenfalls in Polizeigewahrsam.
  • Bei einer Körperverletzung auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs wurde eine Person leicht verletzt.

Die Bilanz der Feuerwehr:

Die Feuerwehr wurde bis Mitternacht zu 368 Einsätzen gerufen, 262 davon waren Rettungsdiensteinsätze. Zusätzlich leistete sie technische Hilfe oder half bei kleineren Brandeinsätzen. Nach Mitternacht musste die Feuerwehr 384 Mal ausrücken. 220 Einsätze entfielen auf den Rettungsdienst.

Gruppe greift Polizisten an, Brände und Verletzte durch Feuerwerkskörper

In Mengede musste die Feuerwehr einen Dachstuhl löschen. © Helmut Kaczmarek

In Mengede musste die Feuerwehr einen Dachstuhlbrand löschen. Auslöser sei vermutlich eine Silvesterrakete gewesen, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr. Die Feuerwehr war mit Kräften der Feuerwache 9 (Mengede) und der Feuerwache 5 (Marten) sowie der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Mann verliert sein Auge

Außerdem brannten mehrere Balkone. Hier wurden zumeist Gegenstände durch Feuerwerkskörper in Brand gesetzt.

Der Rettungsdienst hatte vornehmlich mit alkoholbedingten Einsätzen und Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu tun. Ein Mann verlor laut Feuerwehr ein Auge - vermutlich durch eine Silvesterrakete.

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