Gutachter sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus

Filmender Frauenarzt

Im Prozess gegen den Dortmunder Gynäkologen, der über 50 Patientinnen heimlich gefilmt und missbraucht haben soll, hat das Landgericht mit der Befragung des medizinischen Sachverständigen begonnen. Um die Privatsphäre der betroffenen Frauen zu schützen, findet die Vernehmung des Mediziners unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

DORTMUND

03.03.2016, 13:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der 55 Jahre alte ehemalige Frauenarzt beim Prozessauftakt. Er ist angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs in mindestens 50 Fällen.

Der 55 Jahre alte ehemalige Frauenarzt beim Prozessauftakt. Er ist angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs in mindestens 50 Fällen.

Die Einschätzung des Gutachters ist für die Verhandlung von enormer Bedeutung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Frauenarzt nicht nur vor, die heimlichen Filmaufnahmen gefertigt und damit gegen die Persönlichkeitsrechte seiner Patientinnen verstoßen zu haben.

Weitaus schwerer wiegt der Vorwurf, dass die auf Video dokumentierten Untersuchungen im Intimbereich der Patientinnen die medizinischen Regeln verletzen sollen. Die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft: Wer auf diese Weise untersuche, habe kein medizinisches, sondern ein rein sexuelles Interesse.

Deshalb seien die Taten als sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses zu werten. Kommt auch der Sachverständige zu diesem Schluss und folgen die Richter dieser Einschätzung, droht dem Frauenarzt eine erhebliche Strafe. Der Angeklagte selbst hat bislang lediglich zu seiner üblichen Untersuchungs-Praxis geäußert. Er habe immer versucht, die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten, hieß es in der Aussage.

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